Bombastic Betty, 8yo, Islay Single Malt Scotch Whisky, 59,2%, Bourbon Cask, Only 90 Bottles, Anam na h-Alba

 

 

Verbittert starrte sie auf die einsame Gestalt auf dem Wehrgang von Dunyvaig.

Ihr war kalt, und der Rauch der vielen Feuer trieb ihr Tränen in die Augen.

Warum hatte alles nur so weit kommen müssen? So viel Leid, so viel Elend haben wir über diese Insel gebracht.

Alles nur weil sie beide den gleichen Mann liebten………Oh Dianne, warum nur?

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Farbe:

Weißwein, fahle Wintersonne.

Nase:

Lodernde Torffeuer, durchzogen von süßer Vanille.

Geteerte Taue auf dem Rand des Kais, umspült vom salzigen Brackwasser der Bucht.

Süßer Mäusespeck über der Flamme, der aus Schaumzucker….nicht falsch verstehen.

Leichte Fruchtnoten und verbranntes Gummi auf der Straße. Frische Mullbinden und leichte Malzigkeit.

Mund:

Kräftiger Antritt mit überraschender Süße. Vanillig, malzig gehts los.

Leichte Fruchtigkeit wird vom Rauch überholt, rauch geschwängerte Luft beim Bikebrennen.

Stumpfes trockenes Holz und verbrannte Baconreste am Feuer.

Kalter Räucherofen und geteerter Bretterstapel.

Sehr gutes Zusammenspiel dieser Komponenten und der immer vorhandenen Vanille.

Später kommt rohes Marzipan dazu, völlig unbearbeitet…….stumpf, herbsüß.

Danach:

Der süßen Vanille geht schnell die Kraft aus, zurück bleibt ein kleiner Burnout auf der Zunge.

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Fazit:

Dieser Dram kommt schnörkellos daher, er ist Islay pur…….ohne dabei zu einem Torfmonster auszuwachsen, oder zu komplex zu werden.

Für das junge Alter schon sehr rund und süffig.

Dirty Dianne, 8yo, Islay Single Malt Whisky, 58,1%, Sherry Cask Finish, Only 90 Bottles, Anam na h-Alba

 

Sie stand allein auf dem Wehrgang des Dunyvaig Castle.

Kälte biss in ihre Wangen, Feuchter Nebel durchdrang ihre Kleider.

Es war früher Winter und die Insel stand in Flammen.

In der eiskalten Morgenluft zeichneten sich die Rauchwolken über den gesamten Horizont ab.

Diese Fehde fand auch nach drei Sommern kein Ende……….

Denn Betty, die einst ihre Schwester war, hatte sich von ihr abgewandt.

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Farbe:

Helles Mahagoni, rötliche Reflexe

Nase:

Kalter Rauch und Asche betten einen ganzen Korb voller Früchte. Mit Rosinen gespickte Äpfel, zimtige Pfirsiche und etwas geräucherte Melone.

Etwas warmer Milchreis mit Kirschen, dann kommt langsam das Fass.

Nasses Holz, das zum brennen gezwungen wurde und leicht vor sich hinglimmendes Torffeuer.

Feuchtes Laub auf herbstlichen Wegen, warmer Kuhstall vermischt sich mit süssen Früchten und etwas Honig.

Shortbread und feine Vanillenoten……unterschwellig dunkle, süsse Beeren.

Mund:

Zuckersüßer Start, flüssige Zuckerwatte gedreht aus Kirschsirup und Vanillesosse.

Überreifes Obst und herbes Marzipan.

Dann, sehr schüchtern, besinnt der Malt sich auf seine Herkunft.

Nie die Süße überlagernd, melden sich brennende Autoreifen, eine Schafsherde im strömenden Regen und eine in Asche gewälzte Speckschwarte zu Wort.

Alles sehr verhalten und wohldosiert.

Trocken und wächsern vermischt sich die Fruchtigkeit mit dem Rauch……dazu kommt nasses Leder und wieder etwas würziger Honig.

Danach:

Der Rauch löst sich zügig auf und zurück bleibt relativ kurz etwas cremiges Dessert.

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Fazit:

Nichts für den Islay Puristen, die Süße überwiegt bei diesem Malt.

Wer aber gerne Sherryeinfluss in seinem Whisky mag und dazu eine interessante Islaynote, ist hier bestens bedient.

Von den 58,1% merkt man hier ebenfalls nicht viel, der Whisky ist absolut süffig…….fast schon zu süffig.

BenRiach, 10yo, 17/12/2005-11/2016, 58,7%, Port Hogshead, Selected & Bottled for An Rìoghachd na h-Alba

 

Die kleine Lili kämpfte gegen den nahenden Schlaf, sie wollte doch unbedingt Santa seine Kekse und sein Glas Milch selbst geben.

Doch kleine Mädchen schlafen irgendwann ein und so auch Lili.

Mitten in der Nacht wachte sie auf, ihr fröstelte leicht und so schaute verstohlen ins Wohnzimmer.

Da stand er, er musste es sein…….sie lief auf ihn zu und rief Santa, Santa! Ich habe Milch und Kekse für dich.

Der Grinch drehte sich grimmig lächeld zu ihr um…………

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Farbe:

Bernstein mit kupferfarbenen Reflexen.

Nase:

Gefrostete Cranberries, rote Beeren und ein Hauch von Zitrusfrüchten.

Würzige Süße wie von Waldhonig. Trockenes Herbstlaub, erdig und staubiger Getreidesilo.

Dazu leichte Fruchtigkeit von Pfirsichen und Süßkirschen und ein wenig karamelisierte Zuckerwatte. Später leichte Frische, rote Grütze mit einem Schuss Vanillesoße.

Es kommen noch getrocknete Tabakblätter und Holzspäne dazu.

Mund:

Prickelnd und heftig ist der Antritt, dabei aber cremig süß nach Kirschen und Cranberries in Schokolade getaucht.

Dann sofort trockener werdend, Orangenschalen und frische Möbelpolitur. Honigreste auf dem Eßtisch…….getrocknete Kräuter und trockener, laubbedeckter Waldboden.

Dahinter immer Haferflockenbrei mit Schokolade und einer Prise Zimt bestreut und eine cremige malzige Süße.

Danach:

Abklingende Süße und ein langer, trockener Abgang.

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Fazit:

Auch diesen Malt durfte ich mit auswählen und er spiegelt absolut mein Beuteschema wider.

Kräftig im Antritt und herbe Süße und eine Vielzahl an Aromen, so mag ich das.
Ein Whisky zum Genießen…….

BenRiach, 11yo, 11/11/2005-11/2016, 56,4%, PX Sherry Puncheon, Selected & Bottled for An Rìoghachd na h-Alba

 

Der Grinch stand in der Dunkelheit vor dem geschmückten Baum.

Alle Kerzen waren heruntergebracht, das Wohnzimmer erfüllt vom Duft der Spekulatius, die in den Zweigen hingen und dem Rest des Stollens, der noch auf dem Tisch neben Resten von Geschenkpapier lag.

Das Kaminfeuer war heruntergebrannt, und der letzten Schein der Glut liess die Augen des Grinch‘ böse funkeln………….

ER würde seinen Spass zu Weihnachten schon haben.

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Farbe:

Dunkles, leuchtendes Berstein

Nase:

Früchtekuchen mit Rosinen gespickt, Orangenschale mit Zimt bestreut.

Bunter Pfeffer und etwas Sternanis…….Grossmutter backt zur Weihnachtszeit.

Gebrannte Mandeln und wieder Rosinen, in Rum eingelegt. Später altes Leder und staubige Bücher, das Regal aus altem Holz frisch aufpoliert.

Würziger Sirup und Honig, dazu Pflaumenmarmelade auf warmen Toast.

Mund:

Der Malt reitet sofort Attacke, spielt seine 56,4% gnadenlos aus. Der scharfe Antritt mit Pfeffer und Ingwer hinterlässt eine wärmende Spur.

In diesem Fahrwasser spült sich cremige Schokolade vermischt mit gemahlenem Kaffee nach vorne.

Im Kachelofen stehen Bratäpfel auf denen der Zucker karamellisiert, auch wurde die Schale vorher mit Honig übergossen. Gedankenverloren greifst du in die Schale mit Rosinen, Früchtekuchen mit Sirup übergossen kommt dir in den Sinn.

Dann wird es etwas trockener und malzige Süße setzt sich fest

Danach:

Nur sehr langsam verklingt die Süße und vermischt sich zögernd mit etwas Eiche.

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Fazit:

Ich bin vielleicht ein wenig voreingenommen, da ich diesen wundervollen Malt selbst mit auswählen durfte, aber dieser BenRiach zeigt mal wieder was diese Destille drauf hat. Ein kräftiger, aroma- und facettenreicher, Malt für die dunkle Jahreszeit.