McCarthy’s, Oregon Single Malt Whiskey, 3yo, White Oak, 42,5%, Clear Creek Distillery

 

Die Städte brennen, Rauchwolken so dick wie Schweröl sickern durch jede Ritze meines Hauses.

Dies sind die letzten Tage, wir müssen zur Küste und hinaus aufs Meer.

Eine neue Zeitrechnung hat begonnen………

IMG_8067

Farbe:

Reifer Mais, Golden

Nase:

Bäääm, this is scottish barley.

Dieser Whiskey überfällt dich mit Rauch………Torfrauch, Islay in Flammen. Nebenbei brennen in den Feuern noch jede Menge alter Autoreifen. Nur ein Hauch von Frucht und Malz, dann zündet schon wieder jemand ein Leuchtfeuer aus Torf und alten, nassen Segeln.

Dann kommt dieser warme, angenehme Geruch von Kuhstall und nassem Stroh…….das wird allerdings auch gleich wieder von jemandem angezündet.
Kurz gesagt……wüsste ich es nicht besser, könnte auch ein Islay vor mir stehen.

Dieser Tropfen besteht aus Torfrauch und etwas malziger Süße und später auch einer leichten Frische.

Mund:

Malzig süß, etwas fruchtig und überraschend freundlich begegnet dieser Malt deinem Gaumen. Nach der Nase war meine Erwartungshaltung eine Andere.

Von seiner Jugend ist auch nicht viel zu merken, was am kräftigen Schuss Holz liegen mag der sehr intensiv ist, aber nicht störend wirkt.

Der Rauch aus der Nase zeigt sich auf der Zunge sehr gezähmt und sorgt zusammen mit der Malzigkeit für einen angenehmen Gesamteindruck.

Danach:

Verlöschendes Lagerfeuer, ein Hauch von Burnout.

IMG_8068

Fazit:

Ein Whiskey aus Oregon, hergestellt aus schottischen peated Barley aus den Port Ellen Maltings, 3 Jahre in Weißeichenfässern aus Oregon gelagert………..kann das was werden?

Es kann, ich finde die Nase absolut super, er fällt dann im Mund etwas ab……was aber an der Erwartungshaltung nach dem ersten Schnuppern liegen mag.

Ein leckerer „Islay“ aus Oregon.

 

Ich danke der Firma Kirsch für das Sample und die Restflasche.

Westport, 10yo, 04/2006-05/2016, Sherry Hogshead, 52,6%,Only 108 Bottles, Abfüllung zur 2ten Just Whisky Oberhausen, Anam na h-Alba

 

Jeden Morgen kommt der Junge an das Ufer und schaut auf die Weite des Meeres.

Warmer Sommerwind erzählt von Abenteuern, die Wellen flüstern von Hoffnung.

Jeden Tag wartet er auf ein Boot.

Darauf, dass ein Segel am Horizont erscheint und ihn fortbringt………… fortbringt in eine neue Welt.

IMG_8064

Farbe:

helles Mahagoni mit rotem Schimmer.

Nase:

Sanft, ganz sanft weckt dieser Dram deine Nase. Harmonisch liegen dunkle, rote Früchte neben feinstem Gebäck. Dunkle Kirschen in Cognac eingelegt, Brombeeren und Rosinen.

Frisches Fudge und Kuchenteig, dazu minimale Röstaromen……..gröstete Nüsse?

Dazwischen ein Hauch von Orangenschokolade und auch etwas Karamell. Ein Sommerblumenstrauss erfüllt den Raum mit seinem Duft, begleitet von trockener Baumrinde und einer ehrwürdigen Bibliothek.

Alte Bücher und Regale aus poliertem Tropenholz. Leichte Würze folgt am Ende, den Alkohol sucht man fast vergeblich.

IMG_8066

Mund:

Süsses Toffee und cremiger Kirschsirup fluten die Zunge.

Brombeeren und eine Handvoll Erdbeeren vermischt mit erdigen Tönen.

Zum Ausgleich dieser Attacke kommt etwas trockener Sherry und schwarzer Pfeffer hinzu. Trockene Würze, staubige Luft im Holzlager.

Gebäck und Schokolade mit einem Schuss Contreau. Auch macht sich ein floraler Einfluss bemerkbar, kombiniert mit einem Hauch Rumtopf.

Danach:

Süße, eingelegte Kirschen und Schokolade. Dazu leichte Tabaknoten und verbrannte Kaffeebohnen.

IMG_8063

Fazit:

Ein Whisky passend zum Frühsommer.

Wunderbar angenehm zu trinken, tolle Süße und leichte Würze.Trotzdem mangelt es ihm nicht an Komplexität, sich auch nach Sonnenuntergang noch etwas mit ihm zu beschäftigen.

Hätte Glenmorangie solche Abfüllungen im Standardprogramm, ich würde wohl einiges davon in meiner Bar stehen haben.