Bruichladdich, 23yo, Distilled 1992, 13 yo Sherry Cask Finish, 51,1%, Only 40 Bottles, Clansman Malt Connection

 

Mitternacht über Loch Indaal, die letzten Lichter in Port Charlotte sind schon lange verloschen.

An meinem Lagerfeuer wärmt die letzte Glut, und einzelne Funken fliegen über die ruhige See.

Das Sternenzelt spiegelt sich auf dunklen Wassern und erfüllt die Nacht mit einem sanften Glanz.

Möge dieser Sommer nie enden……….

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Farbe:

kräftiges Gold

Nase:

Süsse Honigmelone beginnt den Fruchtreigen, gefolgt von Pfirsichen und Birnen. Apfelschalen auf polierter Theke.

Trocknende Lederjacke nach Sommergewitter, frisch geschnittenes Gras.

Bienen summen träge um ihren Stock, leichter Honigduft vermischt sich mit einer etwas herben Note nach trockenem Kaminholz.

Langsam zeigt sich auch die Sherry Lagerung. Grüne Walnüsse und Walderdbeeren, dann Rosenblüten und dazu Vanille. Pflaumenmus auf Toastbrot und ein Hauch von Tabakblättern.

Alles schön getragen von 51,1%

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Mund:

Der Mund füllt sich süss und wächsern. Hier kommt auch der Sherry etwas stärker zum Vorschein. Fruchtig, mit mit Gummidrops gespickt, legt der Malt los.

Für über 50% erstaunlich mild, mit nur einem Hauch von Pfeffrigkeit, lässt der Whisky der Zunge genug Zeit die Eindrücke zu verarbeiten.

Honig vermischt sich mit etwas Eiche und rote Früchte werden mit Bourbon Vanille garniert. Wieder die Honigmelone, reif und mit einem hauchdünnen Streifen Schinken umwickelt.

Bienenwachs getränkte Lederlappen, cremige Alpenschokolade……..später etwas bitterer werdend.

Fruchtsalat beim Picknick auf einer Sommerwiese, frische Holzwolle und fast nicht wahrnehmbar, etwas Meersalz.

Frisch geölte Teakmöbel und immer wieder diese früchtige Süße.

Danach:

Wachsschicht auf Orangen, Süß und trocken……….und das noch sehr lange.

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Fazit:

Diese Abfüllung ist ein Sommer Dram. A ch was, dieser Malt IST der Sommer!

Verführerisch süß und doch unheimlich komplex. Eine laue Sommernacht am Meer, ein Eis auf der Strandpromenade und Geschichten am Lagerfeuer.

Mit seiner ersten Abfüllung hat die Clansman Malt Connection voll ins Schwarze getroffen.

The Speyside, 20yo, distilled 1995, Bourbon Cask, 54,4%, Only 84 Bottles, Anam na h-Alba

Träge fliesst der Tromie durch sein Bett, früher Dunst hängt über dem Wasser und gibt zögerlich den Blick auf das gegenüberliegende Ufer frei.

Langsam erwacht dort das Leben auf einer Farm, zaghaft schälen sich die Umrisse von Kilns aus dem Morgennebel.

Zarte Rauchfahnen entweichen ihnen und verwirbeln im kühlen Atem dieses Morgens…………

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Farbe:

Helles Gold

Nase:

Taubedeckte Wiesen am Fluss, Apfelblüte im alten Land.
Ein frisch aufgeschnittener Granny Smith, dazu Honigwaben.

Anfangs etwas schärfer, dann würziger werdend. Feuchtes Laub und nasse Baumrinde, garniert mit leichten Zitrusnoten.

Milchreis mit Kaffee……….mit einem Hauch von Zimt.
Süsser Kaubonbon und kräftiges Malz.

Mund:

Ganz sanft tastet sich der Malt vor, süsser Waldhonig mit ein wenig Pfeffer garniert.
Cremig malzig mit Lebkuchen im Hintergrund geht es weiter. Etwas Vanille auf roten Früchten, dazu leichte Röstaromen und etwas Milchkaffee.

Dezent bittet das Fass dann um Aufmerksamkeit, fast zärtlich streut es frische Holzspäne in die Aromen.

Immer trockener werdend kommen Tabaknoten und grüne Nüsse ins Spiel, auch getrocknete Orangenschale.

Danach:

Malzig trocken mit etwas süßem Honig, so bleibt der Dram noch etwas am Gaumen.

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Fazit:

Ein schöne, klassische Bourbonfass Reifung.

Für diesen Whisky sollte man sich Zeit nehmen, anfangs wirkt er etwas verschlossen und braucht einen Augenblick um anzukommen. Für seine Geduld bekommt man dann einen wunderbar komplexen Whisky.

Glen Moray, 17yo, distilled 1998, Bourbon Cask, 57,6%, Anam na h-Alba

 

Glühend versinkt die Sonne zwischen den Überresten der Elgin Cathedral, einst Leuchtfeuer der Christenheit Schottlands………..

Noch immer vermeint man zwischen den verfallenden Mauern das Leben und Sterben in den alten Tagen zu vernehmen. Es scheint die Zeit stillzustehen, während sich Stille herabsenkt und die Schwärze der Nacht aus den Ecken und Winkeln kriecht.

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Farbe:

Helles Gold

Nase:

Ein Sommergarten, Stauden und Blumen stehen in voller Blüte, der Rasen wurde grade gemäht. Frische Äpfel und Trauben, fruchtige Süße mit etwas Vanille garniert. Später würziger werdend, etwas Eiche drängt sich nach vorn.

Dann kommt ein alter, feuchter Weinkeller. In einer Ecke hat jemand angekokeltes Holz liegen lassen……..ganz fein macht sich etwas Rauch bemerkbar.

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Mund:

Wow…….mit Vanille Creme polierte Eichenmöbel!

Ich kann es nicht anders beschreiben, cremig süß legt sich der Malt auf die Zunge gepaart mit einer unheimlich tollen würzigen Note. Die 57,6% unterstützen diesen Eindruck zusätzlich ohne alkoholisch zu wirken.

Während das Gehirn das alles noch verarbeitet spülen immer mehr Aromen an den Gaumen. Etwas Minze auf Apfel, zart gesalzene Blütenblätter……….Malz und karamellisierte Zuckerwatte.

Am Ende nasses Leder und feuchte Tabakblätter und immer etwas süße Frucht im Hintergrund.

Danach:

Würzig süß bleibt dieser Dram noch lange auf der Zunge liegen.

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Fazit:

Ein würziger Blumenstrauß aus Elgin.

Dieser Malt ist ein tolles Eichenbrett, ohne es zu übertreiben. Die Süße und die Fruchtigkeit fangen das geschickt ab.

Dieses Fass zeigt, daß Glen Moray wunderbare Single Malts kreieren kann.