Auchentoshan, 17yo, 12.02.1998//08.05.2015, Sherry Butt, 50,7%, 150 Bottles, Anam na h-Alba Limited Festival Edition zur 1. Just Whisky Oberhausen

Auchentoshan, 17yo, 12.02.1998//08.05.2015, Sherry Butt, 50,7%, 150 Bottles, Anam na h-Alba
Limited Festival Edition zur 1. Just Whisky Oberhausen

 Farbe:
Bernstein

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Nase:

Pause unter Tage, die Luft ist trocken und staubig.

Geruch von verbranntem Gummi und Kleber zieht duch die Stollen, wird aber von einem frischen Luftzug fortgeblasen. Es muss Luft von oben sein, süss und frisch dazu etwas herbe Würze……der Herbst kündigt sich an. Hier unten interessiert es keinen.

Wir öffnen unsere Brotbeutel und geniessen die kurze Zeit der Ruhe mit Broten, dick bestrichen mit Orangenmarmelade und auch etwas Johannisbeere scheint beigemischt zu sein.

Neben uns liegen Balken aus frisch geschlagenem Holz für die neuen Stollen……immer tiefer graben wir.

Mund:

Auf gehts, die Arbeit macht sich nicht alleine und ich zünde noch ein Licht mit meinen Streichhölzern an, zart legt sich etwas Schwefel auf die Zunge.

Das ist aber nicht störend, ist es doch irgendwie passend zu dem Nachklang der Orangenmarmelade von der Frühstückspause. Kumpel Willi scheint noch heimlich einen Nuss-Schokoriegel verdrückt zu haben.

Während wir unsere Spitzhacken immer tiefer in die Erde treiben, und die Luft immer trockener wird, treiben meine Gedanken ab zu einem dichten dunklen Wald im Herbst. Die Luft ist schwer und würzig. Wilde rote Früchte überall um mich herum, süss und schwer.

Kurz ist dieser Ausflug, aber die Realität hier unten vermischt sich mit meinem Traum zu einem komplexen Gebilde das man noch länger geniessen möchte.

Danach:

Die Schicht ist zu Ende, wir fahren aus dem Schacht aus. Wie immer liegt der Staub auf unserer Kleidung, trocken und leicht verbrannt……..vermischt mit der Süsse eines schönen Tagtraumes.

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Fazit:

Hier bekommt man einen unheimlich interessanten und komplexen Malt auf den Tisch. Herbe Sherrysüsse trifft auf derbe Töne wie Gummi und etwas Schwefel.
Eine tolle Kombination, mit der man sich sehr lange beschäftigen kann.

Dieser Malt passt zu 100% ins Ruhrgebiet!

1. Just Whisky Oberhausen

Am 06.06.15 startet im Zentrum Altenberg in Oberhausen die erste „Just Whisky Oberhausen“
Am 06.06 und 07.06 erwartet euch eine feine Auswahl unabhängiger Abfüller, leckeres Essen und eine gute Anzahl Tastings, die im Vorfeld auch buchbar sind.
Alle Infos dazu findet ihr auf der Website zur Messe: Just Whisky
Veranstalter der Messe ist mein guter Freund Tom Skowronek, der den meisten mit seinem Label Anam na h-Alba ein Begriff sein dürfte.

Ich werde am 06.06 vor Ort sein und den Stand von Anam na h-Alba betreuen und ausserdem ein Tasting für dieses Label moderieren.

Glen Scotia, 15yo, 1999/Dez.2014, Sherry Cask, 58,7%, 588 Bottles, Cadenhead’s

Glen Scotia, 15yo, 1999/Dez.2014, Sherry Cask, 58,7%, 588 Bottles, Cadenhead’s

Farbe:
Dunkler Bernstein,Honig Met

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Nase:

Schwere Würze hängt über dem Glas. Muskat, Pfeffer und Thymian vermengen sich mit einem schokoladigem Aroma. Es ist Nussschokolade, oder schon fast warmes Nutella welches über ein heisses Toast läuft. Sehr deutlich hat man auch Gewürznelken auf der Zunge.
Fruchtige Süsse ist um dich herum, wahrt aber Abstand……präsent aber nicht aufdringlich. Man spürt, es ist Erdbeerzeit.
Langsam beginnt sich ein holziger Ton einzuschleichen, der, gepaart mit einem frischen Tabak, immer mehr in den Vordergrund drängt.
Das ist nicht unangenehm, die anderen Aromen geben sich nicht so leicht geschlagen, nur die Gewürze und die Schokolade treten ganz nach hinten.
Die Nase bekommt einiges zu tun.

Mund:

Süss und trocken startet dieser Dram. Und gleichzeitig melden sich auch die 58,7% auf der Zunge, aber nicht scharf sondern prickelnd und warm. Fast Likörartig breitet er sich im Mund aus, bevor das Prickeln einsetzt.
Honigsüsse Nüsse begleitet von Gewürznelken und Muskat. Von fruchtiger Süsse, die noch dezent in der Nase anklang, ist nicht mehr viel zu spüren, hier geht es eindeutig Richtung Wintermarkt. Der Honig paart sich mit Anklängen von salziger Meerluft und wieder drängt sich das Bündel weihnachtlicher Gewürze in den Vordergrund.
Dazu kommt der kräftige Holzeindruck, der allerdings nicht negativ auffällt sondern die Würzigkeit dieses Malts unterstützt und ihn auf einen starken Eichenbalken stellt.
Mit Wasser wird er staubtrocken, schärfer und salzig.

Danach:

Der Dram bleibt noch lange auf der Zunge.
Nelke und Eiche, Tabak und Salz.
………..und eine Erinnerung an Süsse.

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Fazit:

Kein oberflächlicher Malt.
Mit etwas Zeit entwickelt er ungeheuer Tiefgang, und fördert tolle Aromen hervor.

Mir gefällt die Schwere trockene Süsse im Zusammenspiel mit der starken Holznote.
Für den Einen oder Anderen mag sich vielleicht etwas zuviel Gewürznelke eingeschlichen haben, für mich hat es dem Tropfen einen unverkennbaren Stempel aufgedrückt.

Meine Empfehlung für Tage, an denen man Wärme braucht.