Randy Ruby, 5yo, 53,3%, Bourbon Cask/Port Finish, Islay, Only 120 Bottles, Anam na h-Alba

Randy Ruby, 5yo, 53,3%, Bourbon Cask/Port Finish, Islay, Only 120 Bottles, Anam na h-Alba

Farbe:

Ein kräftiges Rosé ins Orange übergehend, Ein Sonnenaufgang auf Islay nach einer klirrendkalten Nacht.

RR1

 

Nase:

Sofort nach dem Einschenken liegt ein betörender Duft einer Wildblumenwiese und Unmengen wilder Erdbeeren in der Luft. Aber Stopp! Wer hat die Strasse neben dieser herrliche Wiese geteert? Der Asphalt ist noch warm und die Aromen verwirbeln miteinander. Süsser Rauch mit einer kräftigen Portnote beginnt zu dominieren.
Dieser Malt strahlt eine Frische aus gepaart mit Islaytypischen Aromen, das mein seine Nase nicht mehr aus dem Glas nehmen möchte.
Der Wind treibt salzige Meeresluft heran, du atmest tief durch.

Mund:

Mein erster Gedanke, wo ist die Schlagsahne? Mein zweiter…..brauch ich nicht, die Erdbeeren hingen im Rauch über dem Lagerfeuer. Ich weiss nicht ob es geräucherte Erdbeeren gibt aber genau so würden sie schmecken. Kuhstall und Teer mit einer leicht bitteren Note runden den süssen Eindruck angenehm ab
Ein kurzes Kribbeln meldet die doch beachtlichen 53,3% an die man sonst kaum wahrnimmt.
Fruchtig legt sich der Malt über die Zunge, Marmelade mit einem Schuss Islay. Hinzu kommt allmählich eine angenehm malzige Note.
Zwischendurch drängen sich mir Bilder von nasser Kleidung,die über dem Ofen trocknet auf. Auch meine ich etwas Salz und Algen zu schmecken, aber immer wieder kommt der Port nach vorne.

Danach:

Die Süsse geht relativ schnell und zurück bleibt Asche, Rauch und und leichte Tabaknoten. Die halten sich aber schön lange auf der Zunge.

RR2

Fazit:

Nicht nur Islay Freunde kommen hier auf ihre Kosten. Der Port hat bei dieser Abfüllung eindeutig die Vorherrschaft und lässt sich vom Rauch, Teer und maritimen Noten hofieren.
Für fünf Jahre wirkt dieser Malt erstaunlich erwachsen, er ist zwar etwas ungestüm, verpackt dieses aber sehr elegant in ein ungemein süsses Äusseres.

Tomatin, 8yo, 2006/2014, 54,2%, Refill Sherry, Anam na h-Alba

Tomatin, 8yo, 2006/2014, 54,2%, Refill Sherry, Anam na h-Alba

Farbe:
Dunkles Gold mit schönem Rotstich
Nase:
Ein frischer, ja fruchtig süsser Duft empfängt dich. Vor dir steht ein ganzer Korb voller frischem Obst. Südfrüchte, heimisches Obst….es ist kaum zu definieren. Das alles umhüllt der Sherry, bei dem ich in Richtung Fino tendiere, mich aber auch irren kann.
Mund:
Wenn Obstdiäten so schmecken dann bin ich dabei, Ein herrlicher Kompott aus Mangos und Birnen, auch findet sich Banane auf dem Teller. Alles reif und saftig, ich meine sogar der Koch hat Himbeeren mit eingerührt. Trotz der Fassstärke und seiner Jugend drängt sich der Alkohol nicht zu stark nach vorne sondern verstärkt eher noch die geschmacklichen Eindrücke. jeder neue Schluck spielt mit deiner Zunge und lässt noch andere Aromen erahnen.Für seine 8 Jahre ist dieser Tomatin ungeheuer komplex, ein wirklich sehr schönes Fass.
Erst mit viel Wasser wird der Whisky weicher aber nicht runder, das Obst schmeckt dann fad.Danach:
Auf der Zunge liegt noch immer der Geschmack von frischem Obst und eine leichte Malzigkeit, ich bekomme Appetit auf Himbeertorte.

Fazit:
Ein junger Highländer, der mit mit einer schönen Nase und tollen Aromen auf der Zunge aufwartet. Einzig der Preis scheint etwas hoch, ist es aber in meinen Augen wert.

Laphroaig, 16yo,1998/2014, 51,2%, Refill Sherry, Anam na h-Alba

Laphroaig, 16yo,1998/2014, 51,2%, Refill Sherry, Anam na h-Alba

Farbe:

Dunkles Bernstein, das Finish war wohl etwas länger.

Nase:

Erst etwas verhalten, dann immer kräftiger steigen dir Aromen von Trockenfüchten und reifem Obst in die Nase. Dazu gesellen sich Marzipan und Mandeln, aber Halt……wo ist der Rauch? Das ist doch Laphroaig. Und siehe da, jetzt meldet sich die Stimme Islays und die Flamme zündet das Torffeuer, dies geschieht völlig unspektakulär aber deftig. Ein absoluter Nasenschmeichler der Kleine. Ich freue mich auf den ersten Schluck.

Mund:

Ein Gegensatz zur Nase, wie zwei Boxer umkreisen sich der Torfrauch und der Sherry, und der Torf geht sofort durch einen Punch in Führung. Du weisst sofort wo die heimat dieses Whiskies ist. Der Rauch füllt deinen Mund und der Torf, Teer, Salz und auch Jod entfesseln einen Sturm auf deiner Zunge an dem jeder Schipper seine helle Freude hätte.
In diesem Augenblick verlässt der Sherry seine Deckung und schlägt gnadenlos zurück. Geschickt plazierte süsse Aufwärtshaken bringen ihn wieder ins Spiel tischen wieder das fast überreife Obst auf, dazu wieder, wie schon in der Nase, der Marzipan. Anklänge von Vanille runden das Ganze ab. Dieser Kampf geht über mehrere Runden und es mutet schon bald wie ein Tanz an, so sehr harmonieren Rauch und Sherry miteinander.
Wasser macht den Whisky süffig, aber das lässt auch das Ursprüngliche vermissen.

Danach:

Am Ende gewinnt der Torf, aber nicht durch KO sondern nach haarscharf Punkten. Es ist das was auf der Zunge bleibt……..kalter, nasser Rauch.

Fazit:

Ein sehr „eleganter“ Whisky. Das Rauhbein hat sich in einen Smoking geschmissen und weiss voll und ganz zu überzeugen.

Littlemill, 24 yo, 48,5%, Bourbon Hogshead, Anam na h-Alba

Littlemill, 24 yo, 48,5%, Bourbon Hogshead, Anam na h-Alba

Farbe:
Blasses Gold
Nase:
Kennt ihr diese frischen Morgen in den Bergen? Kühl und klar…..Frühlingswiese, Zitrone und ein Hauch von Honig. Vielleicht hat sich auch noch eine Banane dazwischengemogelt.
Aber Halt………Autoreifen? Ich weiss es nicht, schon wieder vorbei.
Mund:
Im Mund kommen exotischer Früchte….Mango? Ja, Mango…..mit Minze dekoriert. Auch noch Ananas und auch wieder banane Ein toller Fruchtcoktail. Ich mags. Eine schöne, zuckrige Süsse breitet sich aus…..vanille und leichte….ganz leichte Holznoten gesellen sich dazu.
Abgang:
Leichte Honigsüsse, Kräter und dezente Würze. Mittellang
Fazit:
Für mich ein absoluter Sommermalt, Leicht trotz 48,5% floral-fruchtig und dazu dieser Kräutertouch im Abgang…..easy going.

Caol Ila 11yo 59,6% „The Angels Share“ A Special Charity Bottling for KinderHospiz Bärenherz Leipzig

Caol Ila 11yo 59,6% „The Angels Share“ A Special Charity Bottling for KinderHospiz Bärenherz Leipzig

Farbe:
Dunkles Gold….bisken dunkel für nen Bourbon Barrel, egal.

Nase:

Sofort bist du auf der Insel, dreckiges Torffeuer umweht dich während du auf das Meer schaust. Im Hintergrund meldet sich eine undefinierbare Süsse, die aber noch vom Lagerfeuer im Zaum gehalten wird. Blind bin ich bei Sherry, aber die Nase gibt nicht mehr Aufschluss und so geniesse ich es noch etwas an diesem Feuer zu sitzen und und den Torfrauch einzuatmen. Hat da jemand Speck in die Glut geworfen?
Mund:
Wow…..was für eine Kraft. Der Rauch und Torf legen sich in den ganzen Mund und füllen ihn komplett aus. Erst später kommen leicht fruchtige Noten gemischt mit einem Hauch Marzipan hinzu. Und da ist er wieder, der Sherry?
Immer wieder drängt sich der Torf in den Vordergrund und sagt: Hey, das hier ist mein Spiel! Verdammte Hacke ist das ein geiler Stoff. Wasser schadet diesem Whisky meiner Meinung nach.
Abgang:
Das Feuer verlischt durch den Regen und zurück bleibt kalte Asche, ich schaue wieder aufs Meer und lass mich wärmen von der letzten Glut.

Miltonduff, 21yo, 1992/2013, 56,7%, 119 Bottles, Old Mining Collection, JWWW

Miltonduff, 21yo, 1992/2013, 56,7%, 119 Bottles, Old Mining Collection, JWWW
Sonderabfüllung zur Aquavitae 2013

Farbe: Dunkler Bernstein

MD1

Nase:

Wir stehen frühmorgens am Rande eines Schlachtfeldes und der Sieg wird gefeiert.

Honigmet wird herumgereicht, saftige rote Früchte werden vertilgt, dazu kommt noch eine kräftige süsslich-würzige Sherry Note.
Aber vom Schlachtfeld wehen die Pulverdämpfe der vergangenen Nacht herüber. Schwefel und Schießpulver vermischen sich mit den süssen Aromen.

Ich atme tief ein und geniesse diesen Moment.

Mund:

Deine Zunge weiss nicht was sie zuerst ans Hirn melden soll….Sherry legt sich auf deine Zunge, ungeheuer würzige, fast kräuterige, Noten machen sich breit.

Hast du diesen kleinen Angriff überstanden kommen auch Anklänge von Honig wieder, dazu ein schöner malziger Eindruck.
Fast hast du die Schlacht vergessen, aber nicht dieser Whisky. Es liegt noch immer der Schwefel in der Luft und jetzt auch auf deiner Zunge, dazu kommt Tabak….deine Männer haben sich ihre Pfeife verdient. Ist das unangenehm? Nein, ganz und gar nicht.
Der Alkohol ist sehr gut eingebunden und weder in der Nase noch im Mund unangenehm.

Danach:

Dieser Malt bleibt noch einige Zeit auf der Zunge. Der Pulverdampf verzieht sich langsam,und auch die Sherrysüsse geht. Zurück bleiben herbe Kräuter und ein wenig Holz und das gute Gefühl diese Schlacht gewonnen zu haben.

MD2

Fazit:

eine tolle Abfüllung mit Ecken und Kanten, so mag ich es. Wer dieses leicht „schwefelige“ mag wird diesen Whisky in seinen Schrank stellen.

Finest Spirits 2015

Bald ist es wieder soweit: Das Finest Spirits Festival 2015 öffnet seine Pforten im MVG Museum München. Zahllose Aussteller zeigen wieder ihre edlen Spirituosen wie Whisk(e)y, Rum und Gin. Ganz besonders freuen wir uns, dieses Jahr unser zehnjähriges Jubiläum zu feiern – seid hautnah mit dabei, wenn Marken und Macher der besten flüssigen Spezialitäten aus aller Welt bei uns zu Gast sind!

Ich bin wieder mit Anam na h-Alba vor Ort.

Die Messe geht vom 27.02.15 bis 01.03.15
Alle weiteren Infos gibt es hier

1.Whisky-Spring Schwetzingen

Im Herzen des Rhein-Neckar-Dreiecks öffnet im Februar 2015 die erste Whisky-Messe für Endverbraucher im Umkreis von ca. 80 km ihre Pforten. Entdecken Sie auf ca. 1.000 m² Ausstellungsfläche in den nördlichen Zirkelsälen des Barock-Schloss Schwetzingen alles über das „Wasser des Lebens“.

Lassen Sie sich in einzigartiger Atmosphäre, umgeben vom wunderschönen Schlossgarten, von den Ausstellern mit ihren leckeren Tropfen verwöhnen. Selbstverständlich bieten wir Ihnen ein Restaurant, eine Bar & Live Music in unseren Räumen an.

Ich werde mit Anam na h-Alba (Tagungssaal Stand 5) vor Ort sein und auch zwei Tastings führen. Ich freue mich schon ganz besonders auf dieses aussergewöhnliche Ambiente.

Alle Infos zum Event findet man hier

Craigellachie, 17yo, Nov.1995/17.07.2013, 57,1%, Sherry Butt, Cask Nr.119517, 565 Bottles, SSMC

Craigellachie, 17yo, Nov.1995/17.07.2013, 57,1%, Sherry Butt, Cask Nr.119517, 565 Bottles, SSMC

Farbe:

Sattes, kräftiges Gold

cc2

Nase:

Dieser Malt startet mit einem Anflug von Klebstoff, aber das nur für einen Bruchteil von Sekunden…..war es wirklich so?
Es ist ein Hauch der dich streift und sofort abgelöst wird von einer fruchtigen Würze. Der Sherry ist zu erahnen hält sich aber noch höflich im Hintergrund um anderen Aromen den Vortritt zu lassen. Warmes, feuchtes Gras nach einem abziehenden Gewitter, Äpfel die schon zu lange in der Obstschale liegen……überreif und süss.

Malzige Noten gesellen sich hinzu und vermischen sich mit einer schönen pfeffrigen Note. Jetzt langsam öffnet sich uns auch der Sherry….trocken kommt er daher, und rundet die Nase zusammen mit der malzigkeit angenehm ab.

Mund:

Holla, die 57% melden sich sofort auf der Zunge und lassen sie kribbeln, was aber von einer fruchtigen Süsse dominiert wird und rasch abklingt.

Dieser Tropfen hat Pfeffer, der auch die ganze Zeit präsent bleibt. Nicht überdeckend, eher wie eine Prise locker über die süssen Früchte gestreut.

Die malzigen Noten aus der Nase kommen jetzt durch und tanzen einen kurzen Foxtrott mit trockenem dunklen Sherry und Marzipan. Dieses Marzipan klingt nur leise an und es ist eindeutig Lübecker Marzipan, wunderbar herb süss.

Wasser nimmt dem Malt die pfeffrige Schärfe und lässt die anderen Aromen deutlicher hervortreten, die Süsse nimmt zu und auch leichte Holznoten treten hervor.

Danach:

Mittellang und wärmend. Zurück bleibt auf der Zunge eine leichte Süsse die an dunkles Beerenobst erinnert.

Im Geiste sitze ich an einem geöffneten Fenster, schaue über regennasse Landschaft und in der Ferne glitzert das Meer.

cc1

Fazit:

Ein spannender Malt, kräftig und antrittsstark. Mir hat er ohne Wasser besser gefallen, da er dann einen würzigeren, pfeffrigeren Grundkörper hat der schon fast maritim wirkt.

Ein schöner Tropfen für die wärmere Jahreszeit von dem man sich gerne noch einen zweiten Dram gönnt.

BenRiach, 19yo, 1995, 51,9% PEATED, Madeira Cask, Bottled for Whiskykanzler

BenRiach, 19yo, 1995, 51,9%, PEATED, Madeira Cask, Bottled for Whiskykanzler

Farbe:
Dunkles Bernstein

 BR1

Nase:
Die Kurzfassung ist einfach nur : Wow…….

In 19 Jahren hat sich in diesem Tropfen eine Aromenfülle angesammelt die sich kaum beschreiben lässt.
Zuerst meldet sich der Rauch, angenehm süss. Jemand hat Speck ind diesen Rauch gehängt. Schwere rote Trauben tauchen vor dir auf. Sofort folgt ein kurzer Rundgang auf einem asiatischen Gewürzmarkt….Sternanis, Ingwer und eine ordentliche Portion Pfeffer.

Süsse Honigmelone mit Speck umwickelt…..natürlich Räucherspeck.

Mund:
Verdammt, ist das ein Erlebnis. Würzige Süsse legt sich auf die Zunge, Orangen sorgen für etwas Säure. Gepfefferte Melonen verwirren dich ein wenig.
Frisch gemahlenes Getreide macht das ganze dazu noch etwas Trocken, aber schön Malzig.
Das alles wird begleitet von diesem angenehmen süsslichen Rauch, der nie versucht zu dominieren aber immer stark präsent ist. Dieser Malt ist nahezu perfekt ausbalaciert.
Dazu immer wieder dieser schwere dunkle Wein der diese ganzen Gewürze in sich aufgenommen hat und nach und nach an deine Zunge abgibt…….
Die Fassstärke tut diesem Malt extrem gut, die Würzigkeit wird auf eine sehr schöne Art dadurch unterstützt. Mit Wasser wird er runder und Süsser. Leider geht, grade bei den Gewürzen, die Aromenvielfalt etwas verloren.

Danach:
Du spürst diese Pfeffrigkeit noch einige Zeit. Ist sie erstmal verflogen bleibt süsser Rauch zurück, und diesen willst du noch lange auskosten.

 BR2

Fazit:
Ich habe dieses Glas genossen. Dieser Malt verbindet Rauch und Süsse auf eine harmonische Art und Weise, ohne dabei langweilig zu werden. Gaumen und Nase werden hier genug gefordert und werden mit wunderbaren Aromen verwöhnt.