Glenglassaugh, 36yo, 16.10.1978//01.2015, 41,9%, Cask 1118/11, Port Hogshead, 310 Bottles, Anam na h-Alba

Glenglassaugh, 36yo, 16.10.1978//01.2015, 41,9%, Cask 1118/11, Port Hogshead, 310 Bottles, Anam na h-Alba

Farbe:

Dunkler, rötlich leuchtender Bernstein

GlassForen

Nase:

Als erstes schlägt dir eine unheimliche Frische entgegen. Minze und die klare Luft nach einem Sommergewitter.

Doch dann wird er wärmer, würziger.
Dezente Röstaromen, die ein wenig an leicht angebranntes Popcorn erinnern.
Dann dezent und schüchtern meldet sich das Portfass, endlich, und präsentiert stolz Trockenfüchte und rote Beeren. Ich meine wilde Himbeeren zu riechen.

Mit jeder weiteren Minute gibt uns dieser Dram weitere Geheimnisse preis, Milchschokolade und der Geruch von frisch geschlagenem, nassen Holz tun sich auf. Ganz im Hintergrund Schuhpolitur.

Das ist alles so rund und weich, kein Alkohol der sticht und keine Fehlaromen. Die Schuhpolitur im Hintergrund fand ich absolut passend zum Gesamtbild.

Mund:

Für seine 41,9% ein recht beachtlicher Antritt, vielleicht sind es ja doch ein, zwei Prozente mehr.
Trockener Port füllt deinen Mund und der Speichelfluss setzt ein. Würzig und staubtrocken wird gestartet, auf deiner Zunge streiten sich Waldfrüchte um ihre süsse Vorherrschaft. Ich meine schon wieder Himbeeren zu schmecken, aber das ist nicht so einfach zu erkennen denn Cranberries und Rosinen melden auch ihre Ansprüche auf Beachtung.
Dazu kommt noch eine zarte Orangennote die alles toll abrundet.
Unter die Früchte legt sich etwas Marzipan und ganz tief unten treibt sich auch noch etwas Eiche rum, die dann doch auf das schon recht beachtliche Alter hinweist. Aber nicht störend sondern dezent im Hintergrund.

Danach:

Der Abgang ist eher nur mittellang und hinterlässt eine trockene, würzige Portsüsse.

Glasauge

Fazit:

Ich bin ein Fan von jungen Malts, da mir die “Alten” meist zu rund sind. Den jungen fehlt dem hingegen meist die Komplexität. Aber das ist ja nur meine persönliche Vorliebe.

Auch hier ist es der Fall, der Malt ist “Rund”. Die 36 jahre haben alle Ecken und Kanten abgeschliffen und er wurde genau auf den Punkt gebottelt.
Aber es ist ein Malt mit dem man sich unheimlich lange beschäftigen kann, nur das Riechen hat in diesem Fall die meiste Zeit in Anspruch genommen. Es kommt eine ungeheure Aromenvielfalt hervor die dir kein junges Ding bieten kann…..ich denke der ein oder andere wird noch ganz anderes in diesem Tropfen entdecken.

Ein toller Whisky, der am Ende seines Weges angekommen ist…….in deinem Glas.

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Laphroaig, 7yo, 2006/2013, 56,2%, Cask No 8120, 254 Bottles, The Exclusive Malts by Creative Whisky Company

Laphroaig, 7yo, 2006/2013, 56,2%, Cask No 8120, 254 Bottles, The Exclusive Malts by Creative Whisky Company

Farbe:

Goldgelbes helles Stroh

1

Nase:

Das ist es….ich stehe in einem Krankenhausflur voller Kühe und kaue auf einem Stück Torf. Der Alkohol sticht leicht in der Nase, der Jugend sei es verziehen. Das ist alles, dieser Whisky ist jung wild und grade heraus, und ich habe noch nicht einmal von ihm getrunken.

Du suchst nach einem Einfluss des Fasses….Süsse, aber er will es nicht hergeben. Erst nach einiger Zeit offenbart sich diese leichte Süsse von überreifen Bananen und auch anderen Füchten, aber auch die hingen über dem Lagerfeuer gleich neben den Tabakblättern.

Salzige Seeluft weht heran und bringt dir eigenartigerweise den Greuch von nassen Klamotten und frischer Möbelpolitur. Eine merkwürdige Kombination, aber es wirkt….du willst ihn jetzt endlich auf der Zunge haben.

Mund:

Bääääm, dir brennen die 56% kurz über die Zunge und dann ist ist es islay. Ich weiss nicht wo ich anfangen soll, Ist es das Lagerfeuer, der phenolische Rauch oder bist du in einem Raucherzimmer wo die feinsten Zigarren genossen werden. Frisch und prickelnd, dazu muss man sich vorstellen salziges Sattelleder abzulecken.

Haben sich die Geschmacksknospen ersteinmal beruhigt kommt ganz schüchtern eine Süsse, die aber im Gegensatz zur Nase nicht mehr an Bananen erinnert…….ich kann es nicht einordnen, auf jeden Fall sehr exotisch. Und immer liegt über allem das typische Laphroaig Aroma.

Danach:

Zurück bleibt ein malziger, salziger Belag auf der Zunge. Ein wenig Kuhstall und Leder.

Das aber recht lange und wärmend.

2

Fazit:

Ein, trotz seiner Jugend, recht komplexer Malt. jung, wild bis unbeherrscht. Die Süsse hält sich zurüch und er lässt seine Torfmusklen spielen. Für mich persönlich einer der besten Laphroaigs die ich bis jetzt im Glas hatte.

Wicked Wendy, 5yo, 55,9 %, Anam na h-Alba

Name: Wicked Wendy

Abfüller: Anam na h-Alba

Region: Islay

Alter: 5 Jahre

Destilliert/ Abgefüllt: 2009/2014

Stärke: 55,9%

Fasstyp: Single Bourbon Cask

Besonderheiten: nicht genannter South Islay Single Malt

 

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Farbe:

Helles Strohgelb, eigentlich noch etwas heller.

Nase:

Diese junge Lady prescht aber stürmisch vor. Du weisst sofort wo das Mädchen herkommt…….genau, von Islay. Torfrauch springt dich an, salzige Seeluft umweht dich. Irgendwo weit hinter dir wird eine Strasse geteert.
Der mächtige Rauch verzieht sich nach einiger Zeit, und jetzt kommen leichte Getreidenoten gemischt mit einer leichten Fruchtigkeit.

Mund:

Der Rauch füllt deinen Mund sofort und macht sich dort mit einem maritimen Eindruck recht breit und sagt zu dir: Ich bin gekommen um zu bleiben! Trink mich zuletzt, oder trink nur mich…….gerne.
Die 55,9% verleihen der Lady mächtig viel Wumms ohne zu alkoholisch zu wirken. Gradlinig geht dieser Whisky seinen Weg durch deinen Körper wärmt dich von innen.
Die Süsse vom Bourbon Fass meldet sich auch ganz kurz und ergänzt die herzlichen Ruppigkeit mit der dich die Wendy überfällt.

Danach:

So wie es kommen muss, Das Holz vom Lagerfeuer war noch sehr feucht, vollgesogen mit salziger Islayluft. Rauch bleibt auf der Zunge, das Feuer wärmt noch einige Zeit. Auch wenn die Lady schon lange gegangen ist, hängt der Hauch ihres Parfums noch lange im Raum.

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Fazit:

Komplex? Nein, man merkt die Jugend und ein paar Jahre mehr würden sicher noch ein paar Nuancen mehr mit einflechten. Die Frage ist ob man das will, der Stoff ist herrlich gradlinig ohne dabei völlig eindimensional zu wirken aber auch ohne die Sinne völlig zu überfordern. So liebe ich Islay. Dazu kommt noch ein tolles Preis/Leistungsverhältnis.

Ich hatte die zufällig an einem Abend die Wicked Wendy und auch den Supernova 2014 im Glas. Wer die Gelegenheit hat, sollte mal diese beiden gegeneinander tasten, am besten blind. Ich will nicht zuviel verraten, aber das Ergebnis ist sehr erstaunlich. Ich habe mir meine Meinung gebildet.