Wardhead (Teaspooned Glenfiddich), 20yo, Blended Malt Scotch Whisky, 53,9%, Ex Bourbon Cask, Anam na h-Alba

 

Heimkommen………dieser Gedanke füllte seine Gedanken seit Jahren aus. Fünf Sommer war er fort, fort von seiner Farm, seiner geliebten Frau….seinen Kindern.

Alles nur eines sinnlosen Krieges wegen. Jetzt waren alle Schlachten geschlagen und die Toten verscharrt.

Heimkommen…….die letzten Meilen flog er nur so dahin, sein treues Pferd dem Zusammenbruch nahe.

Am Horizont schält sich die Silhouette seines Hauses aus der flirrenden Sommerluft, auf dem großen Acker arbeitet eine einsame Gestalt, hält inne und schaut zu ihm herüber.

Ein Lächeln stiehlt sich um seine Lippen, eine einsame Träne rinnt die zerfurchte Wange herab

…………Heimgekommen.

Farbe:

Blasses Gold

Nase:

Warm wie ein lauer Sommerabend verströmt dieser Malt seine Aromen, sehr fein und weich steigen süße Honig und Toffeenoten auf, Vanilleschoten und ein paar Spritzer Limone.

Etwas grüner Pfeffer und frisches Holz geben etwas Würze hinzu.

Später drängt sich frisch aufgeschnittene Honigmelone nach vorn, dazu etwas Wildkräuter. Auch vernimmt man geriebene Orangenschalen.

Mund:

Cremig, ja fast ölig, kommt der Whisky auf die Zunge.

Sofort meldet sich der Honig, süß mit einer Prise Kräuter macht es sich der Malt im Mund bequem. Ganz Kurz meldet sich die Faßstärke mit pfeffriger Schärfe, aber nur ganz kurz.

Vanille lässt nicht auf sich warten und kommt zusammen mit trockenen Holznoten daher, die Eiche ist sehr präsent, aber überhaupt nicht bitter, eher trocken, staubig….etwas Politur und wie in der Nase wieder Orange. Diesmal als Kompott mit cremiger Vanillesoße.

Staub auf, in altes Leder eingebundenen, Büchern.

Trockene rote Beeren, ein wenig Rumrosinen……ganz ganz weit hinten.

Danach:

Langer, wärmender Abgang. Zurück bleiben trockene Eiche, Gewürze und etwas süßes Karamell.

Fazit:

Ein komplexer, durchgereifter aber auch kraftvoller Malt.

Sehr schönes Zusammenspiel von trockenen Eichennoten und der teilweise cremigen Süße von Honig und Vanille.

Diesen Whisky nach dem Essen und man braucht kein Dessert mehr.

Bei Glenfiddich schlummern sehr schöne Fässer in den Warehouses.

Burnside, 20yo, Blended Malt Scotch Whisky, 50,7%, Bourbon Barrel, A special Bottling for Kinderhospiz Sternenbrücke und Wir helfen Kindern e.V.,Bottled by Anam na h-Alba

 

Die Stadt war uralt, gewachsen über Jahrtausende. Immer weiter drängte sie nach oben, der staubigen Sonne entgegen.

Unzählige Ebenen, den Jahresringen von Bäumen gleich, breiten sich über dem Grund aus………über dem Unten.

Dieses Unten hat seit ewigen Zeiten kein Sonnenlicht mehr gesehen, Feuchtigkeit nistet schattengleich in allen Winkeln und ständiger Regen durchdringt alles.

Trüber Schein einiger weniger Lampen bricht sich kläglich in schlammigen Pfützen, Zwielicht umhüllt dich nebelgleich.

Dieses Unten wirkt verlassen, unwirtlich und kalt………….doch ich lebe hier.

Es ist mein Zuhause, meine Heimat.

Farbe:

Funkelndes, sattes Gold

Nase:

Ein Tanz mit geschlossenen Augen bei Mondlicht über eine blumenübersäte Waldlichtung.

Würziger Honig liegt in der Luft, Warme Sommerluft trägt den Duft der taubedeckten Wiese und Wildblumen heran.

Frisch geschlagenes Holz wartet auf den nächsten Winter.

Gedankenverloren fischt du einen saftigen grünen Apfel aus deiner Tasche und beißt hinein.

Mund:

Ganz sanft begrüßen dich, auf frischer Eiche zermahlene, Blütenblätter getränkt in etwas Waldhonig.

Frischer Streuselkuchen mit Vanillecreme gefüllt wird zu einem Fruchtcoctail gereicht.

Etwas Pfeffer und Nelke runden das Ganze ab.

Fruchtmarmelade und mit Honig bestrichene Quitten und immer die feine Würze des alten Faßes.

Danach:

Die Süße haftet noch einige Zeit am Gaumen und macht zögerlich der Eiche platz.

Fazit:

Ein wunderbar gereifter Malt, ungeheuer rund und süffig.

Die 20 Jahre im Fass verleihen ihm dazu eine schöne Komplexität, die einen gerne noch einmal auf Endeckungstour gehen lässt.

Bombastic Betty, 8yo, Islay Single Malt Scotch Whisky, 59,2%, Bourbon Cask, Only 90 Bottles, Anam na h-Alba

 

 

Verbittert starrte sie auf die einsame Gestalt auf dem Wehrgang von Dunyvaig.

Ihr war kalt, und der Rauch der vielen Feuer trieb ihr Tränen in die Augen.

Warum hatte alles nur so weit kommen müssen? So viel Leid, so viel Elend haben wir über diese Insel gebracht.

Alles nur weil sie beide den gleichen Mann liebten………Oh Dianne, warum nur?

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Farbe:

Weißwein, fahle Wintersonne.

Nase:

Lodernde Torffeuer, durchzogen von süßer Vanille.

Geteerte Taue auf dem Rand des Kais, umspült vom salzigen Brackwasser der Bucht.

Süßer Mäusespeck über der Flamme, der aus Schaumzucker….nicht falsch verstehen.

Leichte Fruchtnoten und verbranntes Gummi auf der Straße. Frische Mullbinden und leichte Malzigkeit.

Mund:

Kräftiger Antritt mit überraschender Süße. Vanillig, malzig gehts los.

Leichte Fruchtigkeit wird vom Rauch überholt, rauch geschwängerte Luft beim Bikebrennen.

Stumpfes trockenes Holz und verbrannte Baconreste am Feuer.

Kalter Räucherofen und geteerter Bretterstapel.

Sehr gutes Zusammenspiel dieser Komponenten und der immer vorhandenen Vanille.

Später kommt rohes Marzipan dazu, völlig unbearbeitet…….stumpf, herbsüß.

Danach:

Der süßen Vanille geht schnell die Kraft aus, zurück bleibt ein kleiner Burnout auf der Zunge.

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Fazit:

Dieser Dram kommt schnörkellos daher, er ist Islay pur…….ohne dabei zu einem Torfmonster auszuwachsen, oder zu komplex zu werden.

Für das junge Alter schon sehr rund und süffig.

Dirty Dianne, 8yo, Islay Single Malt Whisky, 58,1%, Sherry Cask Finish, Only 90 Bottles, Anam na h-Alba

 

Sie stand allein auf dem Wehrgang des Dunyvaig Castle.

Kälte biss in ihre Wangen, Feuchter Nebel durchdrang ihre Kleider.

Es war früher Winter und die Insel stand in Flammen.

In der eiskalten Morgenluft zeichneten sich die Rauchwolken über den gesamten Horizont ab.

Diese Fehde fand auch nach drei Sommern kein Ende……….

Denn Betty, die einst ihre Schwester war, hatte sich von ihr abgewandt.

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Farbe:

Helles Mahagoni, rötliche Reflexe

Nase:

Kalter Rauch und Asche betten einen ganzen Korb voller Früchte. Mit Rosinen gespickte Äpfel, zimtige Pfirsiche und etwas geräucherte Melone.

Etwas warmer Milchreis mit Kirschen, dann kommt langsam das Fass.

Nasses Holz, das zum brennen gezwungen wurde und leicht vor sich hinglimmendes Torffeuer.

Feuchtes Laub auf herbstlichen Wegen, warmer Kuhstall vermischt sich mit süssen Früchten und etwas Honig.

Shortbread und feine Vanillenoten……unterschwellig dunkle, süsse Beeren.

Mund:

Zuckersüßer Start, flüssige Zuckerwatte gedreht aus Kirschsirup und Vanillesosse.

Überreifes Obst und herbes Marzipan.

Dann, sehr schüchtern, besinnt der Malt sich auf seine Herkunft.

Nie die Süße überlagernd, melden sich brennende Autoreifen, eine Schafsherde im strömenden Regen und eine in Asche gewälzte Speckschwarte zu Wort.

Alles sehr verhalten und wohldosiert.

Trocken und wächsern vermischt sich die Fruchtigkeit mit dem Rauch……dazu kommt nasses Leder und wieder etwas würziger Honig.

Danach:

Der Rauch löst sich zügig auf und zurück bleibt relativ kurz etwas cremiges Dessert.

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Fazit:

Nichts für den Islay Puristen, die Süße überwiegt bei diesem Malt.

Wer aber gerne Sherryeinfluss in seinem Whisky mag und dazu eine interessante Islaynote, ist hier bestens bedient.

Von den 58,1% merkt man hier ebenfalls nicht viel, der Whisky ist absolut süffig…….fast schon zu süffig.

Fantastic Fred, 7yo, Islay Single Malt Whisky, 52,8%, Madeira Finish, Anam na h-Alba

 

 

Welch eine Nacht, welch eine Frau.

Sie hatten nur einen Tanz, doch dieser würde sich für immer in sein Gedächtnis einbrennen.

Er wusste, er würde sie nie wieder sehen………sie lebten in völlig verschiedenen Welten, doch diesen einen Augenblick konnte ihm keiner mehr nehmen.

Ich heiße Ginger, sagte sie……..

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Farbe:

Dunkles Gold mit rötlichem Schimmer

Nase:

Dieser Whisky stellt sich ganz sanft vor, für 7 Jahre präsentiert er sich erstaunlich mild im Glas.

Süße rote Früchte, Erdbeeren und Himbeeren vermischt, und frisch gepresster Orangensaft.

Wassermelonen und reife Pfirsiche…..frische Limonen.

Dazu leichte Vanille und etwas Würze.

Madeira liegt über allem.

Zeitgleich drängt der Malt seine Herkunft kundzutun, am Anfang etwas verhalten, später immer vordergründiger, sich mit dem Madeira vereinigend.

Zu Beginn brennen in einiger Entfernung ein paar Torffeuer und süßer Torfrauch durchwebt die anderen Aromen. Kalte Asche und feuchtes Holz sind immer präsent, später kommt ein Hauch von Räucherspeck und ein leicht phenolischer Eindruck auf.

Mund:

Süße füllt deinen Mund, in Honig gewälzter Pfirsich und Honigmelone. Cremige Vanille, gespickt mit ein paar trockenen Kräutern und kaltem Rauch.

Dazu ein paar herbere Noten, Nüsse mit leichten Röstaromen, leichte Eiche und wieder kalter Rauch, nie aufdringlich……immer untermalend.

Dunkle, süße Trauben und Erdbeerkuchen auf Mürbeteig.

Ein Schuss flüssiges Sahnebonbon und wieder dieser fast zarte Rauch, der immer wieder zwischen kalter, nasser Asche und Torffeuer im Regen variiert.

Danach:

Der süße Geschmack bleibt leider nicht lange, nur der feine Rauch und die Asche halten sich etwas hartnäckiger.

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Fazit:

Ein Whisky für Naschkatzen.

Süß, teiweise schon fast Likörartig, gepaart mit einem Schuss Torfrauch.

Ein extrem süffiger Stoff, der auch Nicht Islay Liebhaber begeistern wird.
Einzig „Extrem“ Islay Fans dürften hier nicht ganz zum Zuge kommen.

Glorious Ginger, 7yo, Islay Single Malt Whisky, 52,6%, Port Finish, Anam na h-Alba

 

Was war das für ein Mann? Sie stand an ihrem Fenster und starrte hinaus in die sternenlose Nacht.

Sie hatte ihn nie zuvor gesehen, doch nach einem Blick in seine Augen war ihr, als würden sie sich schon ein ganzes Leben kennen.

Dieser eine Tanz…….viel zu wenig, doch alles was ihr bleibt.

Nur kurz kreuzten sich ihre Wege……..lebe Wohl Fred.

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Farbe:

Leuchtendes helles Rot

Nase:

Herb und trocken öffnet sich dir dieser Dram, trockene Süße und ein hauch von Chili. Sofort bildet Rauch ein Bett für eine Fülle an Aromen.

Dieser Rauch ist etwas schwerer zu definieren, gibt es geräucherte Limonenscheiben? Feuer aus nassen Fischkisten und Torf ,frisch abgelöscht……ein Hauch von alten Mullbinden.

Cranberries, Johannisbeeren und Stachelbeerkompott…..frischer Rhabarbar mit Vanille bestreut.

Würziger Waldhonig und trockener Humus…..leicht erdig.

Trockener Streusselkuchen und antikes Möbellager.

Mund:

Was für ein trockenes Brett, herbe rote Früchte dominieren und lassen sich vom Rauch hofieren. 

Dann beginnt eine klare trockene Süße sich heraus zu kristallisieren, gezuckerte schwarze Johannisbeeren und rote Waldfrüchte mit einem Hauch von Vanille.

Roter Traubensaft. Alles süß und staubtrocken, mit Honigwachs versiegeltes Holz. In Mullbinden gewickelte Bienenwachskerzen……frisch gebohnertes Parkett.

Später dann getrocknete Tabakblätter, getrocknet natürlich über Torfrauch.

Danach:

Trocken und wächsern mit einem Rest von Süße und Rauch.

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Fazit:

Ich bin als Portfinish Fan begeistert, diese trockene Süße weiß zu beeindrucken.
Der Torfrauch ist immer präsent, aber nie dominant.

Für Islay Puristen vielleicht zu wenig, aber immer noch ein unverkennbarer Islay mit einem gelungenem Porteinfluss.

 

McCarthy’s, Oregon Single Malt Whiskey, 3yo, White Oak, 42,5%, Clear Creek Distillery

 

Die Städte brennen, Rauchwolken so dick wie Schweröl sickern durch jede Ritze meines Hauses.

Dies sind die letzten Tage, wir müssen zur Küste und hinaus aufs Meer.

Eine neue Zeitrechnung hat begonnen………

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Farbe:

Reifer Mais, Golden

Nase:

Bäääm, this is scottish barley.

Dieser Whiskey überfällt dich mit Rauch………Torfrauch, Islay in Flammen. Nebenbei brennen in den Feuern noch jede Menge alter Autoreifen. Nur ein Hauch von Frucht und Malz, dann zündet schon wieder jemand ein Leuchtfeuer aus Torf und alten, nassen Segeln.

Dann kommt dieser warme, angenehme Geruch von Kuhstall und nassem Stroh…….das wird allerdings auch gleich wieder von jemandem angezündet.
Kurz gesagt……wüsste ich es nicht besser, könnte auch ein Islay vor mir stehen.

Dieser Tropfen besteht aus Torfrauch und etwas malziger Süße und später auch einer leichten Frische.

Mund:

Malzig süß, etwas fruchtig und überraschend freundlich begegnet dieser Malt deinem Gaumen. Nach der Nase war meine Erwartungshaltung eine Andere.

Von seiner Jugend ist auch nicht viel zu merken, was am kräftigen Schuss Holz liegen mag der sehr intensiv ist, aber nicht störend wirkt.

Der Rauch aus der Nase zeigt sich auf der Zunge sehr gezähmt und sorgt zusammen mit der Malzigkeit für einen angenehmen Gesamteindruck.

Danach:

Verlöschendes Lagerfeuer, ein Hauch von Burnout.

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Fazit:

Ein Whiskey aus Oregon, hergestellt aus schottischen peated Barley aus den Port Ellen Maltings, 3 Jahre in Weißeichenfässern aus Oregon gelagert………..kann das was werden?

Es kann, ich finde die Nase absolut super, er fällt dann im Mund etwas ab……was aber an der Erwartungshaltung nach dem ersten Schnuppern liegen mag.

Ein leckerer „Islay“ aus Oregon.

 

Ich danke der Firma Kirsch für das Sample und die Restflasche.

Westport, 10yo, 04/2006-05/2016, Sherry Hogshead, 52,6%,Only 108 Bottles, Abfüllung zur 2ten Just Whisky Oberhausen, Anam na h-Alba

 

Jeden Morgen kommt der Junge an das Ufer und schaut auf die Weite des Meeres.

Warmer Sommerwind erzählt von Abenteuern, die Wellen flüstern von Hoffnung.

Jeden Tag wartet er auf ein Boot.

Darauf, dass ein Segel am Horizont erscheint und ihn fortbringt………… fortbringt in eine neue Welt.

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Farbe:

helles Mahagoni mit rotem Schimmer.

Nase:

Sanft, ganz sanft weckt dieser Dram deine Nase. Harmonisch liegen dunkle, rote Früchte neben feinstem Gebäck. Dunkle Kirschen in Cognac eingelegt, Brombeeren und Rosinen.

Frisches Fudge und Kuchenteig, dazu minimale Röstaromen……..gröstete Nüsse?

Dazwischen ein Hauch von Orangenschokolade und auch etwas Karamell. Ein Sommerblumenstrauss erfüllt den Raum mit seinem Duft, begleitet von trockener Baumrinde und einer ehrwürdigen Bibliothek.

Alte Bücher und Regale aus poliertem Tropenholz. Leichte Würze folgt am Ende, den Alkohol sucht man fast vergeblich.

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Mund:

Süsses Toffee und cremiger Kirschsirup fluten die Zunge.

Brombeeren und eine Handvoll Erdbeeren vermischt mit erdigen Tönen.

Zum Ausgleich dieser Attacke kommt etwas trockener Sherry und schwarzer Pfeffer hinzu. Trockene Würze, staubige Luft im Holzlager.

Gebäck und Schokolade mit einem Schuss Contreau. Auch macht sich ein floraler Einfluss bemerkbar, kombiniert mit einem Hauch Rumtopf.

Danach:

Süße, eingelegte Kirschen und Schokolade. Dazu leichte Tabaknoten und verbrannte Kaffeebohnen.

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Fazit:

Ein Whisky passend zum Frühsommer.

Wunderbar angenehm zu trinken, tolle Süße und leichte Würze.Trotzdem mangelt es ihm nicht an Komplexität, sich auch nach Sonnenuntergang noch etwas mit ihm zu beschäftigen.

Hätte Glenmorangie solche Abfüllungen im Standardprogramm, ich würde wohl einiges davon in meiner Bar stehen haben.

Magnificent Mellie, 6yo, 60%, Bourbon Hogshead, Islay Single Malt Scotch Whisky, Limited Bottling for the Anam na h-Alba Opening Day, Only 90 Bottles, Anam na h-Alba

Magnificent Mellie, 6yo, 60%, Bourbon Hogshead, Islay Single Malt Scotch Whisky, Limited Bottling for the Anam na h-Alba Opening Day, Only 90 Bottles, Anam na h-Alba

Farbe:

Flüssiges Gold

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Nase:

Sofort ist es da……brennender Kuhstall umwoben von süsser Vanille. Aufgewühlte See und Gischt peitscht dir ins Gesicht……Salz hängt in der Luft, Fischmarkt im Herbst.


Ganz entfernt brennt ein Reifenstapel, wird aber von einer fruchtigen Note konkurriert.

Rohes Marzipan…..aber das Gute aus Lübeck, dazwischen immer wieder dreckiger, kalter Rauch. Später etwas phenolisch werdend kommt etwas verbrannter Speck dazu, auch sind wohl ein paar Marshmallows in die Glut gefallen.

Du sitzt auf ölverschmierten, nassen Tauen und atmest tief durch.

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Mund:

Cremig süss legt sich der Dram auf die Zunge, sehr ölig mir schöner Vanille und einem Spritzer Zitrone.

Hier merkt man auch seine Jugend, kräftig und scharf im Antritt…….aber die Schärfe geht zügig die Speiseröhre runter und verbreitet eine angenehme Wärme. Hat man die Süsse und die Schärfe überwunden öffnet sich der Malt.

Hervor kommen nasses,brennendes Holz und in Haut gegrillter Fisch in Zitrone. Mandelaromen und Marzipan wechseln sich ab mit heissem Teer in der Sonne.

Torffeuer und Autowerkstatt und immer wieder das Meer…….aufgepeitscht und du spürst ein wenig Salz auf den Lippen.

Danach:

Lang und wärmend. Ein Tag auf Islay in einer Flasche.

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Fazit:

Nur 6 Jahre? Egal, dieser Malt sagt dir klipp und klar woher er kommt und das auch recht kompromisslos. Viele Ecken und Kanten……trotzdem Schnörkellos.

Ein schöner Islay Malt für die dunkle Jahreszeit. Hier ist der Name Programm.

Hotel Essener Hof- Historic Series No.3, provided by Jack Teeling and selected by Maximilian Bosse, 13yo, 54,2%, Ex Port Cask, Single Malt Irish Whiskey, Only 281 Bottles, Rolf Kaspar

Hotel Essener Hof- Historic Series No.3, provided by Jack Teeling and selected by Maximilian Bosse, 13yo, 54,2%, Ex Port Cask, Single Malt Irish Whiskey, Only 281 Bottles, Rolf Kaspar

Farbe:

Bernstein

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Nase:

Ein altehrwürdiges Hotel welches die Zeit überlebt hat, beim Betreten spürt man den Staub und einen leichten Muff vergangener Epochen. Dieser verfliegt jedoch sehr schnell und das alte Holz bginnt einen warmen trockenen Geruch zu verströmen. Ein Hauch von Möbelpolitur vermischt sich mit trockenem Herbstlaub.

Dieser Ort war sehr international, Trockenobst aus dem Orient und Gewürze aus den Küchen Asiens begegnen dir genau so wie auch frische, helle Trauben aus deutschen Weinbergen. Dunkle Beeren aus Schwedens Wäldern und getrocknete Orangenscheiben aus dem Süden Spaniens.

Darunter immer sehr dezent und zurückhaltend trockener, süßer Port.

 

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Mund:

Mild süss, schon fast cremig, flutet der Malt deinen Mund und macht sofort einer schönen Würze Platz. Leichte Eiche, kräftiger bunter Pfeffer und Potstill Aromen breiten sich aus. Trockenobst aus dem alten Land…..Apfel und Birnen, dazu ein Hauch Orange auf dem Kachelofen getrocknet.

Die Süße des Ports kehrt trocken und zögerlich zurück, verbindet sich wunderbar mit der Würze. Dazu kommt wie in der Nase jetzt auch wieder etwas Möbelpolitur und auch ein wenig Röstaromen.

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Danach:

Es wird spät im alten Hotel, die Lichter verlöschen und Ruhe kehrt ein.

Der Nachklang ist lang und wärmend. Trockene Süße und langsam ausklingende Würze gehen ganz am Ende über in eine leichte Bitterkeit.

 

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Fazit:

Dieser Ire hat es in sich, die Würzigkeit gepaart mit einem Portcask ergibt in hier eine gelungene Komposition an Aromen und Eindrücken.

Wasser hat dem Dram meiner Meinung nach überhaupt nicht gut getan, von daher ist meine Empfehlung den Whiskey unbedingt so geniessen wie er aus der Flasche kommt. Nur so erlebt man das spannende Wechselspiel der Aromen.