Laphroaig, 16yo,1998/2014, 51,2%, Refill Sherry, Anam na h-Alba

Laphroaig, 16yo,1998/2014, 51,2%, Refill Sherry, Anam na h-Alba

Farbe:

Dunkles Bernstein, das Finish war wohl etwas länger.

Nase:

Erst etwas verhalten, dann immer kräftiger steigen dir Aromen von Trockenfüchten und reifem Obst in die Nase. Dazu gesellen sich Marzipan und Mandeln, aber Halt……wo ist der Rauch? Das ist doch Laphroaig. Und siehe da, jetzt meldet sich die Stimme Islays und die Flamme zündet das Torffeuer, dies geschieht völlig unspektakulär aber deftig. Ein absoluter Nasenschmeichler der Kleine. Ich freue mich auf den ersten Schluck.

Mund:

Ein Gegensatz zur Nase, wie zwei Boxer umkreisen sich der Torfrauch und der Sherry, und der Torf geht sofort durch einen Punch in Führung. Du weisst sofort wo die heimat dieses Whiskies ist. Der Rauch füllt deinen Mund und der Torf, Teer, Salz und auch Jod entfesseln einen Sturm auf deiner Zunge an dem jeder Schipper seine helle Freude hätte.
In diesem Augenblick verlässt der Sherry seine Deckung und schlägt gnadenlos zurück. Geschickt plazierte süsse Aufwärtshaken bringen ihn wieder ins Spiel tischen wieder das fast überreife Obst auf, dazu wieder, wie schon in der Nase, der Marzipan. Anklänge von Vanille runden das Ganze ab. Dieser Kampf geht über mehrere Runden und es mutet schon bald wie ein Tanz an, so sehr harmonieren Rauch und Sherry miteinander.
Wasser macht den Whisky süffig, aber das lässt auch das Ursprüngliche vermissen.

Danach:

Am Ende gewinnt der Torf, aber nicht durch KO sondern nach haarscharf Punkten. Es ist das was auf der Zunge bleibt……..kalter, nasser Rauch.

Fazit:

Ein sehr „eleganter“ Whisky. Das Rauhbein hat sich in einen Smoking geschmissen und weiss voll und ganz zu überzeugen.

Laphroaig, 7yo, 2006/2013, 56,2%, Cask No 8120, 254 Bottles, The Exclusive Malts by Creative Whisky Company

Laphroaig, 7yo, 2006/2013, 56,2%, Cask No 8120, 254 Bottles, The Exclusive Malts by Creative Whisky Company

Farbe:

Goldgelbes helles Stroh

1

Nase:

Das ist es….ich stehe in einem Krankenhausflur voller Kühe und kaue auf einem Stück Torf. Der Alkohol sticht leicht in der Nase, der Jugend sei es verziehen. Das ist alles, dieser Whisky ist jung wild und grade heraus, und ich habe noch nicht einmal von ihm getrunken.

Du suchst nach einem Einfluss des Fasses….Süsse, aber er will es nicht hergeben. Erst nach einiger Zeit offenbart sich diese leichte Süsse von überreifen Bananen und auch anderen Füchten, aber auch die hingen über dem Lagerfeuer gleich neben den Tabakblättern.

Salzige Seeluft weht heran und bringt dir eigenartigerweise den Greuch von nassen Klamotten und frischer Möbelpolitur. Eine merkwürdige Kombination, aber es wirkt….du willst ihn jetzt endlich auf der Zunge haben.

Mund:

Bääääm, dir brennen die 56% kurz über die Zunge und dann ist ist es islay. Ich weiss nicht wo ich anfangen soll, Ist es das Lagerfeuer, der phenolische Rauch oder bist du in einem Raucherzimmer wo die feinsten Zigarren genossen werden. Frisch und prickelnd, dazu muss man sich vorstellen salziges Sattelleder abzulecken.

Haben sich die Geschmacksknospen ersteinmal beruhigt kommt ganz schüchtern eine Süsse, die aber im Gegensatz zur Nase nicht mehr an Bananen erinnert…….ich kann es nicht einordnen, auf jeden Fall sehr exotisch. Und immer liegt über allem das typische Laphroaig Aroma.

Danach:

Zurück bleibt ein malziger, salziger Belag auf der Zunge. Ein wenig Kuhstall und Leder.

Das aber recht lange und wärmend.

2

Fazit:

Ein, trotz seiner Jugend, recht komplexer Malt. jung, wild bis unbeherrscht. Die Süsse hält sich zurüch und er lässt seine Torfmusklen spielen. Für mich persönlich einer der besten Laphroaigs die ich bis jetzt im Glas hatte.