Arran, 19yo, Island Single Malt Scotch Whisky, 53%, Refill Sherry Cask, Anam na h-Alba

 

 

Fahles Sonnenlicht tastet sich behutsam mit seinen schmalen Fingern ins Dunkel und vertreibt schüchtern die Nacht.

Nebel liegen über Machrie Moor……der Regen der Nacht schwängerte die Luft mit einer würzig frischen Klarheit und hinterließ glänzendes Grün auf den weiten Ebenen.

In den letzten, sich auflösenden, Nebelfetzen zieht der weiße Hirsch von Arran stolz seine Runde.

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Farbe:

Sattes Gold mit rotem Schimmer

Nase:

Auf einem frisch mit Kräuterhonig eingeriebenem Eichentisch präsentieren sich süße Früchte, viel Marille und Nektarine, etwas Pflaume und getrocknete Beeren.
Feine,würzige Eiche mischt sich mit süßer, etwas trockener, Fruchtigkeit.

Geriebene Nußschalen und feine Röstaromen mit etwas Vanille vermischt.

Etwas Fudge und Toffee, dazu eine Prise Zimt.

Wieder ein Bund Kräuter, die sich aber nach und nach zurückziehen und einem frischeren Eindruck Platz machen,

eine leicht salzige Meeresbrise trägt sich heran.

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Mund:

Kräftig geht’s sofort zur Sache, der Malt zeigt an, die Zunge gehört ihm.

Pfeffer und Ingwer, begleitet von Muskatnuss eröffnen den Aromenreigen.

Würzig dominiert hier das Fass, begleitet von einer trockenen Süße. Trockenobst, mit etwas Vanille und Honig und dazu Nüsse, wieder ein wenig Toffee und einer angenehmen Malzigkeit.

Ist der erste Schub verarbeitet kommt man in ruhigeres Fahrwasser und lässt sich gezuckerte Pfirsiche auf der Zunge zergehen, auch das Zimt macht sich zaghaft bemerkbar, alles immer begleitet von der feinen Eiche.

Ein paar Tropfen Wasser nehmen dem Dram ein wenig die Schärfe und lassen alles ein cremiger und runder werden.

Danach:

Langanhaltend bleibt dieser Dram…….nur schwer wollen die herrliche Eiche und die staubtrockene Süße den Gaumen verlassen.

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Fazit:

Ein exellenter Arran, damit wäre eigentlich alles gesagt.

Unheimlich kräftig würzig. Die Sherryfasslagerung ist wunderbar gelungen und steuert eine schönen fruchtigen, wenn auch trockenen, Einfluss bei, ohne zu dominieren.

Selten rate ich zur Wasserzugabe, aber hier mache ich eine Ausnahme……..2 bis 3 Tropfen dienen hier der absoluten Genußsteigerung.

Isle of Arran Distillery, 18yo, 12/08/1996 – 09/03/2015, 55%, First Fill Sherry Cask, Only 200 Bottles, Anam na h-Alba

Isle of Arran Distillery, 18yo, 12/08/1996 – 09/03/2015, 55%, First Fill Sherry Cask, Only 200 Bottles, Anam na h-Alba

Farbe:

Dunkler Ostsee Bernstein.

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Nase:

Sofort nach dem Einschenken füllt eine fruchtig frische Süsse den Raum, schwer liegt der Sherry in der Luft.

Würzig umschmeicheln Pfeffer und Anklänge von Chili deine Nase. Ein Hauch Ingwer rundet de  n Eindruck ab. Dann formt sich ein Bild von Kirschen, getaucht in dunkle Schokolade, vor meinen Augen. Dunkle Kirschen und überreife Trauben.

Am Ende meine ich noch etwas herbes Marzipan aus feinsten Mandeln zu erhaschen.

Mund:

Ein starker Antritt, wuchtig trifft die eine volle Breitseite von Gewürzen begleitet von der Süsse von Kirschen und exotischen Früchten.

Herbe Schokolade und Marzipan geben sich die Ehre, nein….die Schokolade ist doch nicht ganz so herb, eher Bittersüss, kräftig, dunkel und mit einer Prise Chili und auch Meersalz gewürzt. Gebrannte Mandeln in Sherry gebadet, aber auch etwas Eiskaffee.

Und immer wieder diese Kirsche, die prall und süss am Baum hängt….bereit gepflückt zu werden.

Hat man sich durch die Aromenfülle durchgearbeitet meldet sich noch etwas Holz und untermauert diesen kräftigen Malt.

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Danach:

Noch einige Zeit blickt man auf den Kirschbaum, die dunkle Schokolade liegt auf der Zunge und ganz am Ende bleibt etwas Würze und Eiche.

Fazit:

18 Jahre in einem Sherryfass, hier wohl Oloroso, führen meist zu schönen Ergebnissen. Und genau das ist hier der Fall, dieser Malt steigert sich mit der Zeit in eine tolle Komplexität und macht Lust auf ein zweites Glas.

Vielleicht auf einer Bank unter einem blühenden Kirschbaum.

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