Caol Ila, 6yo, Islay Single Malt Scotch Whisky, 59%, 1st Fill Marsala, Anam na h-Alba

Lodernd versinkt die letzte Wintersonne über Sizilien, gleißend bricht sie in den schroffen Bergkuppen und ein letzter Strahl erreicht das Glas in deiner Hand.

Funkelnd verströmt der Inhalt sein süßes Aroma.

An den Hängen versinken die Weinreben im Schatten und in der weiten Ebene wirbelt eine Herde Wildpferde Staub auf. Ungestüm, den Frühling witternd, ziehen sie ihre Runden,

der Nacht entgegen….

Farbe:

Kräftiges Rosé

Nase:

Ganz schön pfeffrig………rauchig pfeffrig und dazu eine Süße Note von in Honig kandierten Südfrüchten.

Dann folgen getrocknete Beeren, reife Johannisbeeren und Dessertwein.

Brennendes nasses Stroh im Pferdestall und schwelendes Torffeuer.

Anklänge von Karamell und etwas Vanille und dann wieder Biß von Pfeffer und etwas Ingwer.

Der Rauch bleibt die ganze Zeit dezent aber präsent im Hintergrund und bietet den süßen Aromen ein leicht torfiges Bett.

Mund:

Holy Sweetness………. und dann beisst er zu.

Dunkle, süße Trauben und flüssiger Honig. Kandierte Früchte und leicht gebrannte Mandeln.

Trauben-Vollmilchschokolade und etwas Biscuit. Cranberries und flambierte Kirsche.

Langsam entwickelt sich der Torfrauch im Mund während der Malt seine jungen Muskeln spielen lässt und kurz die Prozentpeitsche auspackt. Schärfe packt zu und während sie abebbt zeigt dir der Dram woher er kommt……..unterschwellig und schmutzig bildet sich ein dünner Film aus Rauch auf der Zunge, alte Lumpen in Salzwasser gelegen und rußender Kamin.

Nicht erschlagend oder dominierend, sondern heimtückisch und unterschwellig.

Danach:

Die Süße verabschiedet sich etwas schnell, dafür bleibt stumpfer Rauch für ein kleines Weilchen.

Fazit:

Ein junger Islay in einem Marsala Fass gereift. Klingt erstmal spannend und ist es auch.

Man muss natürlich Weinfasslagerungen mögen, dann hat man Spaß an dem Zusammenspiel von Rauch und Süße.

Das dieser Malt natürlich nicht furchtbar komplex ist, ist seiner Jugend geschuldet.

Aber grade das, und auch die zwischendurch zupackende Schärfe machen Spaß und etwas Wasser rundet ihn etwas ab…….allerdings nicht zuviel zugeben, der Rauch wird dann zu harmlos.

Caol Ila, 10yo, Vintage 2005, First Fill Bourbon Cask, 54,4%, 84 Bottles, Anam na h-Alba

Caol Ila, 10yo, Vintage 2005, First Fill Bourbon Cask, 54,4%, 84 Bottles, Anam na h-Alba

Farbe:

Blasses Gold

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Nase:
Dieser Malt teilt dir ungefragt seine Herkunft mit. Salzig frisch kommt er mit Torfrauch und einer Prise Medizinschrank daher. Dazu eine fruchtig, süssliche Note und etwas frisch geschlagenes Holz.
Später wird der Rauch etwas süsslicher und es kommt altes, nasses Leder dazu. Mullbinden frisch aus der Packung. Dein nasser Hund trocknet langsam vor dem Kamin.
Und im Hintergrund rauscht die Brandung, Gischt hängt in der Luft und du nimmst diese maritime Frische in dich auf. Denn das ist es, trotz Torfrauch und Leder bleibt dieser Malt frisch wie ein Morgen am Strand.

Mund:

Eine Süsse breitet sich auf deiner Zunge aus, first fill Bourbon, die fast schon cremig wirkt. Vanille und süsse Südfrüchte lassen grüssen. Beerenfrüchte und Trockenobst.
Dieser wunderbare Moment geht wie eine Welle durch deinen Mund und vergeht sofort in einen medizinisch, torfigen Geschmack. Jod und Asche, was für ein abrupter Wechsel.
Wieder kommt etwas von der Süsse durch und mischt sich mit etwas Salz und Jod. Immer noch brennt ein Torffeuer im Regen.

Danach:
Zurück bleibt für lange Zeit kalte Asche, Salz und das Gefühl in der Brandung zu stehen.

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Fazit:
Ein sehr schöner Islay Dram. Überraschend ist die anfängliche Süsse auf der Zunge die dann sehr spannend die rauhe Seite der Insel hervorbringt.
Für mich ist Caol Ila einer der verkanntesten Destillen auf Islay, grade die Single Cask Abfüllungen zeigen das diese Brennerei sehr guten Whisky hervorbringt.

Caol Ila, 11yo, 05.2003/11.2014, Refill Sherry Cask, 54,2%, 78 Bottles, Anam na h-Alba

Caol Ila, 11yo, 05.2003/11.2014, Refill Sherry Cask, 54,2%, 78 Bottles, Anam na h-Alba

Farbe:

Kräftiges Gold

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Nase:

Für einen Moment frische grüne Äpfel und eine fleischige Fruchtigkeit garniert mit einer Zitrone. Dahinter etwas leicht medizinisches und dann drängen sich geteerte, nasse Seile auf, die schon seit Ewigkeiten im Brackwasser liegen.
Anflüge von Torfrauch verwirbeln mit einem Hauch von Sherry. Trockenobst und Rosinen gesellen sich zu einem, sich sehr spät meldendem, salzigen und maritimem Eindruck.
Die Seile liegen immer noch im Wasser……..

Mund:

Der erste Schluck überrollt dich angriffslustig und prickelnd. Wie eine starke Brandung schlägt alles auf dich ein. Da ist das Sherry Fass, süss und pfeffrig zugleich. Torf und Salz, dazu ein leichter tropischer Fruchtcoctail. Dann noch Taback und ganz leicht wieder der grüne Apfel.
Dies passiert fast alles gleichzeitig und nachdem dich diese Flut an Sinnenseinrücken überrollt hat beginnst du alles zu sortieren und in dich aufzunehmen.
Da ist diese tolle Sherrysüsse, die sich in der Nase noch zurückhielt, leicht ölig und langsam in eine pfeffrige Würze übergehend. Ein Tag am Meer……Salzige Luft, Tang und auf einem Kutter wird geräuchert. Warme Tabaknoten und Früchte baden in heissem Torffeuer.
Und noch immer liegen die Seile im Wasser……..

Danach:

Du spürst noch lange den Weg den dieser Dram ging, lang und wärmend bleibt ein Stück Islay in dir zurück.
Die Seile…………

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Fazit:

Bis jetzt meine Überraschung dieses Jahres. Nase und Mund stehen in einem herrlichen Kontrast. Hier verbinden sich die herben Seiten von Islay gekonnt mit der süssen Erscheinung eines Refill Sherry Fasses.

Caol Ila 11yo 59,6% „The Angels Share“ A Special Charity Bottling for KinderHospiz Bärenherz Leipzig

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Farbe:
Dunkles Gold….bisken dunkel für nen Bourbon Barrel, egal.

Nase:

Sofort bist du auf der Insel, dreckiges Torffeuer umweht dich während du auf das Meer schaust. Im Hintergrund meldet sich eine undefinierbare Süsse, die aber noch vom Lagerfeuer im Zaum gehalten wird. Blind bin ich bei Sherry, aber die Nase gibt nicht mehr Aufschluss und so geniesse ich es noch etwas an diesem Feuer zu sitzen und und den Torfrauch einzuatmen. Hat da jemand Speck in die Glut geworfen?
Mund:
Wow…..was für eine Kraft. Der Rauch und Torf legen sich in den ganzen Mund und füllen ihn komplett aus. Erst später kommen leicht fruchtige Noten gemischt mit einem Hauch Marzipan hinzu. Und da ist er wieder, der Sherry?
Immer wieder drängt sich der Torf in den Vordergrund und sagt: Hey, das hier ist mein Spiel! Verdammte Hacke ist das ein geiler Stoff. Wasser schadet diesem Whisky meiner Meinung nach.
Abgang:
Das Feuer verlischt durch den Regen und zurück bleibt kalte Asche, ich schaue wieder aufs Meer und lass mich wärmen von der letzten Glut.