Ardmore, 6yo, Highland Single Malt Scotch Whisky, 59,2%, Bourbon Barrel, Anam na h-Alba

Knisternd prasselte das Lagerfeuer, Glühwürmchen gleich stoben einzelne Funken dem sternenklaren Nachthimmel entgegen.

Die Marshmallows hingen an Stöcken über der Glut und ihr Aroma vermischte sich mit dem Duft der angrenzenden Wiesen und Obsthainen.

Stille hing über der Welt, diese Nacht war magisch……….

Farbe:

Blasses Gold

Nase:

Frisches Obst. Grüne Äpfel,Bananen und saftige Pfirsiche.

Toffee, Vanille und ein Hauch von Schärfe.

So legt der Whisky ziemlich forsch los, die 59,2% tun ihres dabei für den kräftigen Antritt.

Nach einiger Zeit bemerkt man den feinen Rauch, ein wenig qualmendes Lagerfeuer, und hat man ihn erst einmal gegriffen bleibt er präsent.

Mund:

Cremig süß kommt die Vanille und eine frische Fruchtigkeit vor dem Angriff des Alkohols, kurz umspült er die Zunge und hinterlässt kaltes, erloschenes Lagerfeuer.

Malzig süß, frischer Obstkuchen und wieder zerriebene Vanilleschote auf getoasteter Eiche.

Ins Feuer geworfene Orangenschalen und angebrannte Marshmallows.

Danach:

Relativ kurz, wärmend mit abklingender Süße.

Zurück bleibt Trockenheit und kalte Asche

Fazit:

Dieser Malt ist jung und das lässt er uns spüren.

Kräftig wärmend aber ohne alkoholisch zu wirken.

Sehr schönes Zusammenspiel zwischen Süße und Rauch, die Aromen klar definiert und nicht überfordernd

……..der Raucher für den Sommer.

Wardhead (Teaspooned Glenfiddich), 20yo, Blended Malt Scotch Whisky, 53,9%, Ex Bourbon Cask, Anam na h-Alba

 

Heimkommen………dieser Gedanke füllte seine Gedanken seit Jahren aus. Fünf Sommer war er fort, fort von seiner Farm, seiner geliebten Frau….seinen Kindern.

Alles nur eines sinnlosen Krieges wegen. Jetzt waren alle Schlachten geschlagen und die Toten verscharrt.

Heimkommen…….die letzten Meilen flog er nur so dahin, sein treues Pferd dem Zusammenbruch nahe.

Am Horizont schält sich die Silhouette seines Hauses aus der flirrenden Sommerluft, auf dem großen Acker arbeitet eine einsame Gestalt, hält inne und schaut zu ihm herüber.

Ein Lächeln stiehlt sich um seine Lippen, eine einsame Träne rinnt die zerfurchte Wange herab

…………Heimgekommen.

Farbe:

Blasses Gold

Nase:

Warm wie ein lauer Sommerabend verströmt dieser Malt seine Aromen, sehr fein und weich steigen süße Honig und Toffeenoten auf, Vanilleschoten und ein paar Spritzer Limone.

Etwas grüner Pfeffer und frisches Holz geben etwas Würze hinzu.

Später drängt sich frisch aufgeschnittene Honigmelone nach vorn, dazu etwas Wildkräuter. Auch vernimmt man geriebene Orangenschalen.

Mund:

Cremig, ja fast ölig, kommt der Whisky auf die Zunge.

Sofort meldet sich der Honig, süß mit einer Prise Kräuter macht es sich der Malt im Mund bequem. Ganz Kurz meldet sich die Faßstärke mit pfeffriger Schärfe, aber nur ganz kurz.

Vanille lässt nicht auf sich warten und kommt zusammen mit trockenen Holznoten daher, die Eiche ist sehr präsent, aber überhaupt nicht bitter, eher trocken, staubig….etwas Politur und wie in der Nase wieder Orange. Diesmal als Kompott mit cremiger Vanillesoße.

Staub auf, in altes Leder eingebundenen, Büchern.

Trockene rote Beeren, ein wenig Rumrosinen……ganz ganz weit hinten.

Danach:

Langer, wärmender Abgang. Zurück bleiben trockene Eiche, Gewürze und etwas süßes Karamell.

Fazit:

Ein komplexer, durchgereifter aber auch kraftvoller Malt.

Sehr schönes Zusammenspiel von trockenen Eichennoten und der teilweise cremigen Süße von Honig und Vanille.

Diesen Whisky nach dem Essen und man braucht kein Dessert mehr.

Bei Glenfiddich schlummern sehr schöne Fässer in den Warehouses.

Caol Ila, 6yo, Islay Single Malt Scotch Whisky, 59%, 1st Fill Marsala, Anam na h-Alba

Lodernd versinkt die letzte Wintersonne über Sizilien, gleißend bricht sie in den schroffen Bergkuppen und ein letzter Strahl erreicht das Glas in deiner Hand.

Funkelnd verströmt der Inhalt sein süßes Aroma.

An den Hängen versinken die Weinreben im Schatten und in der weiten Ebene wirbelt eine Herde Wildpferde Staub auf. Ungestüm, den Frühling witternd, ziehen sie ihre Runden,

der Nacht entgegen….

Farbe:

Kräftiges Rosé

Nase:

Ganz schön pfeffrig………rauchig pfeffrig und dazu eine Süße Note von in Honig kandierten Südfrüchten.

Dann folgen getrocknete Beeren, reife Johannisbeeren und Dessertwein.

Brennendes nasses Stroh im Pferdestall und schwelendes Torffeuer.

Anklänge von Karamell und etwas Vanille und dann wieder Biß von Pfeffer und etwas Ingwer.

Der Rauch bleibt die ganze Zeit dezent aber präsent im Hintergrund und bietet den süßen Aromen ein leicht torfiges Bett.

Mund:

Holy Sweetness………. und dann beisst er zu.

Dunkle, süße Trauben und flüssiger Honig. Kandierte Früchte und leicht gebrannte Mandeln.

Trauben-Vollmilchschokolade und etwas Biscuit. Cranberries und flambierte Kirsche.

Langsam entwickelt sich der Torfrauch im Mund während der Malt seine jungen Muskeln spielen lässt und kurz die Prozentpeitsche auspackt. Schärfe packt zu und während sie abebbt zeigt dir der Dram woher er kommt……..unterschwellig und schmutzig bildet sich ein dünner Film aus Rauch auf der Zunge, alte Lumpen in Salzwasser gelegen und rußender Kamin.

Nicht erschlagend oder dominierend, sondern heimtückisch und unterschwellig.

Danach:

Die Süße verabschiedet sich etwas schnell, dafür bleibt stumpfer Rauch für ein kleines Weilchen.

Fazit:

Ein junger Islay in einem Marsala Fass gereift. Klingt erstmal spannend und ist es auch.

Man muss natürlich Weinfasslagerungen mögen, dann hat man Spaß an dem Zusammenspiel von Rauch und Süße.

Das dieser Malt natürlich nicht furchtbar komplex ist, ist seiner Jugend geschuldet.

Aber grade das, und auch die zwischendurch zupackende Schärfe machen Spaß und etwas Wasser rundet ihn etwas ab…….allerdings nicht zuviel zugeben, der Rauch wird dann zu harmlos.

Burnside, 20yo, Blended Malt Scotch Whisky, 50,7%, Bourbon Barrel, A special Bottling for Kinderhospiz Sternenbrücke und Wir helfen Kindern e.V.,Bottled by Anam na h-Alba

 

Die Stadt war uralt, gewachsen über Jahrtausende. Immer weiter drängte sie nach oben, der staubigen Sonne entgegen.

Unzählige Ebenen, den Jahresringen von Bäumen gleich, breiten sich über dem Grund aus………über dem Unten.

Dieses Unten hat seit ewigen Zeiten kein Sonnenlicht mehr gesehen, Feuchtigkeit nistet schattengleich in allen Winkeln und ständiger Regen durchdringt alles.

Trüber Schein einiger weniger Lampen bricht sich kläglich in schlammigen Pfützen, Zwielicht umhüllt dich nebelgleich.

Dieses Unten wirkt verlassen, unwirtlich und kalt………….doch ich lebe hier.

Es ist mein Zuhause, meine Heimat.

Farbe:

Funkelndes, sattes Gold

Nase:

Ein Tanz mit geschlossenen Augen bei Mondlicht über eine blumenübersäte Waldlichtung.

Würziger Honig liegt in der Luft, Warme Sommerluft trägt den Duft der taubedeckten Wiese und Wildblumen heran.

Frisch geschlagenes Holz wartet auf den nächsten Winter.

Gedankenverloren fischt du einen saftigen grünen Apfel aus deiner Tasche und beißt hinein.

Mund:

Ganz sanft begrüßen dich, auf frischer Eiche zermahlene, Blütenblätter getränkt in etwas Waldhonig.

Frischer Streuselkuchen mit Vanillecreme gefüllt wird zu einem Fruchtcoctail gereicht.

Etwas Pfeffer und Nelke runden das Ganze ab.

Fruchtmarmelade und mit Honig bestrichene Quitten und immer die feine Würze des alten Faßes.

Danach:

Die Süße haftet noch einige Zeit am Gaumen und macht zögerlich der Eiche platz.

Fazit:

Ein wunderbar gereifter Malt, ungeheuer rund und süffig.

Die 20 Jahre im Fass verleihen ihm dazu eine schöne Komplexität, die einen gerne noch einmal auf Endeckungstour gehen lässt.

Tullibardine, 6yo, Highland Single Malt Scotch Whisky, 54,4%, Sherry Finish, Anam na h-Alba

 

Seit Ewigkeiten war er hier gefangen, tief unten im Berg.

Verbannt und eingeschlossen durch finsterste Magie.

Doch er war stark, die Einsamkeit konnte ihn nicht brechen, und eines Tages wird seine schuppige Haut die Wärme der Sonne wieder spüren.

Die Flügel angelegt wartet der Drache in der engen Finsternis, seine Zeit wird wieder kommen.

Feuer ist sein Schwert und Rache sein Schild.

Farbe:

Bernstein

Nase:

Seine Jugend vermag dieser Malt nicht zu verbergen, er will es auch gar nicht. Mit breiter Brust präsentiert er nach dem Einschenken den Alkohol, begleitet von einer Frische taubedeckter Wiesen und frisch geschlagener Eiche.

Der Alkohol verfliegt sehr schnell und macht einer, sich zögerlich öffnenden, Süße platz. Gezuckerte Mandeln und dunkle Füchte gesellen sich zu einem Hauch von Bratapfel und karamellisiertem braunen Zucker.

Über allem steht die Frische einer grade gemähten Wildblumenwiese.

Mund:

Eine angenehme Schärfe zieht wie ein kurzes Sommergewitter über die Zunge und bereitet die Bühne für eine cremige Karamelligkeit durchsetzt von Honig und einer Prise Zimt.

Eingekochte Früchte, trockene Datteln und Feigen.

Würzige Pfeffermischung und wieder frisches Holz. Zudem kommt immer mehr eine staubige, getreidige Note zum Vorschein……etwas Porridge mit roten Beeren und auch ein paar Rosinen.

Danach:

Abklingende Schärfe und trockene Süße……..eher etwas kurz.

Fazit:

Dieser junge Highlander strotzt vor Kraft und hat Biss, weiß aber auch durch eine durchaus schon vorhandene Komplexität zu glänzen. Unbekümmert und frech, hier und da etwas kantig, kommt dieser Malt daher und lädt zum Geniessen ein.
Ich habe ihn später noch einmal mit etwas Wasser probiert und rate davon ab, der Whisky bekommt eine etwas metallische Note, die wohl seiner Jugend geschuldet ist

Bombastic Betty, 8yo, Islay Single Malt Scotch Whisky, 59,2%, Bourbon Cask, Only 90 Bottles, Anam na h-Alba

 

 

Verbittert starrte sie auf die einsame Gestalt auf dem Wehrgang von Dunyvaig.

Ihr war kalt, und der Rauch der vielen Feuer trieb ihr Tränen in die Augen.

Warum hatte alles nur so weit kommen müssen? So viel Leid, so viel Elend haben wir über diese Insel gebracht.

Alles nur weil sie beide den gleichen Mann liebten………Oh Dianne, warum nur?

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Farbe:

Weißwein, fahle Wintersonne.

Nase:

Lodernde Torffeuer, durchzogen von süßer Vanille.

Geteerte Taue auf dem Rand des Kais, umspült vom salzigen Brackwasser der Bucht.

Süßer Mäusespeck über der Flamme, der aus Schaumzucker….nicht falsch verstehen.

Leichte Fruchtnoten und verbranntes Gummi auf der Straße. Frische Mullbinden und leichte Malzigkeit.

Mund:

Kräftiger Antritt mit überraschender Süße. Vanillig, malzig gehts los.

Leichte Fruchtigkeit wird vom Rauch überholt, rauch geschwängerte Luft beim Bikebrennen.

Stumpfes trockenes Holz und verbrannte Baconreste am Feuer.

Kalter Räucherofen und geteerter Bretterstapel.

Sehr gutes Zusammenspiel dieser Komponenten und der immer vorhandenen Vanille.

Später kommt rohes Marzipan dazu, völlig unbearbeitet…….stumpf, herbsüß.

Danach:

Der süßen Vanille geht schnell die Kraft aus, zurück bleibt ein kleiner Burnout auf der Zunge.

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Fazit:

Dieser Dram kommt schnörkellos daher, er ist Islay pur…….ohne dabei zu einem Torfmonster auszuwachsen, oder zu komplex zu werden.

Für das junge Alter schon sehr rund und süffig.

Dirty Dianne, 8yo, Islay Single Malt Whisky, 58,1%, Sherry Cask Finish, Only 90 Bottles, Anam na h-Alba

 

Sie stand allein auf dem Wehrgang des Dunyvaig Castle.

Kälte biss in ihre Wangen, Feuchter Nebel durchdrang ihre Kleider.

Es war früher Winter und die Insel stand in Flammen.

In der eiskalten Morgenluft zeichneten sich die Rauchwolken über den gesamten Horizont ab.

Diese Fehde fand auch nach drei Sommern kein Ende……….

Denn Betty, die einst ihre Schwester war, hatte sich von ihr abgewandt.

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Farbe:

Helles Mahagoni, rötliche Reflexe

Nase:

Kalter Rauch und Asche betten einen ganzen Korb voller Früchte. Mit Rosinen gespickte Äpfel, zimtige Pfirsiche und etwas geräucherte Melone.

Etwas warmer Milchreis mit Kirschen, dann kommt langsam das Fass.

Nasses Holz, das zum brennen gezwungen wurde und leicht vor sich hinglimmendes Torffeuer.

Feuchtes Laub auf herbstlichen Wegen, warmer Kuhstall vermischt sich mit süssen Früchten und etwas Honig.

Shortbread und feine Vanillenoten……unterschwellig dunkle, süsse Beeren.

Mund:

Zuckersüßer Start, flüssige Zuckerwatte gedreht aus Kirschsirup und Vanillesosse.

Überreifes Obst und herbes Marzipan.

Dann, sehr schüchtern, besinnt der Malt sich auf seine Herkunft.

Nie die Süße überlagernd, melden sich brennende Autoreifen, eine Schafsherde im strömenden Regen und eine in Asche gewälzte Speckschwarte zu Wort.

Alles sehr verhalten und wohldosiert.

Trocken und wächsern vermischt sich die Fruchtigkeit mit dem Rauch……dazu kommt nasses Leder und wieder etwas würziger Honig.

Danach:

Der Rauch löst sich zügig auf und zurück bleibt relativ kurz etwas cremiges Dessert.

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Fazit:

Nichts für den Islay Puristen, die Süße überwiegt bei diesem Malt.

Wer aber gerne Sherryeinfluss in seinem Whisky mag und dazu eine interessante Islaynote, ist hier bestens bedient.

Von den 58,1% merkt man hier ebenfalls nicht viel, der Whisky ist absolut süffig…….fast schon zu süffig.

BenRiach, 10yo, 17/12/2005-11/2016, 58,7%, Port Hogshead, Selected & Bottled for An Rìoghachd na h-Alba

 

Die kleine Lili kämpfte gegen den nahenden Schlaf, sie wollte doch unbedingt Santa seine Kekse und sein Glas Milch selbst geben.

Doch kleine Mädchen schlafen irgendwann ein und so auch Lili.

Mitten in der Nacht wachte sie auf, ihr fröstelte leicht und so schaute verstohlen ins Wohnzimmer.

Da stand er, er musste es sein…….sie lief auf ihn zu und rief Santa, Santa! Ich habe Milch und Kekse für dich.

Der Grinch drehte sich grimmig lächeld zu ihr um…………

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Farbe:

Bernstein mit kupferfarbenen Reflexen.

Nase:

Gefrostete Cranberries, rote Beeren und ein Hauch von Zitrusfrüchten.

Würzige Süße wie von Waldhonig. Trockenes Herbstlaub, erdig und staubiger Getreidesilo.

Dazu leichte Fruchtigkeit von Pfirsichen und Süßkirschen und ein wenig karamelisierte Zuckerwatte. Später leichte Frische, rote Grütze mit einem Schuss Vanillesoße.

Es kommen noch getrocknete Tabakblätter und Holzspäne dazu.

Mund:

Prickelnd und heftig ist der Antritt, dabei aber cremig süß nach Kirschen und Cranberries in Schokolade getaucht.

Dann sofort trockener werdend, Orangenschalen und frische Möbelpolitur. Honigreste auf dem Eßtisch…….getrocknete Kräuter und trockener, laubbedeckter Waldboden.

Dahinter immer Haferflockenbrei mit Schokolade und einer Prise Zimt bestreut und eine cremige malzige Süße.

Danach:

Abklingende Süße und ein langer, trockener Abgang.

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Fazit:

Auch diesen Malt durfte ich mit auswählen und er spiegelt absolut mein Beuteschema wider.

Kräftig im Antritt und herbe Süße und eine Vielzahl an Aromen, so mag ich das.
Ein Whisky zum Genießen…….

BenRiach, 11yo, 11/11/2005-11/2016, 56,4%, PX Sherry Puncheon, Selected & Bottled for An Rìoghachd na h-Alba

 

Der Grinch stand in der Dunkelheit vor dem geschmückten Baum.

Alle Kerzen waren heruntergebracht, das Wohnzimmer erfüllt vom Duft der Spekulatius, die in den Zweigen hingen und dem Rest des Stollens, der noch auf dem Tisch neben Resten von Geschenkpapier lag.

Das Kaminfeuer war heruntergebrannt, und der letzten Schein der Glut liess die Augen des Grinch‘ böse funkeln………….

ER würde seinen Spass zu Weihnachten schon haben.

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Farbe:

Dunkles, leuchtendes Berstein

Nase:

Früchtekuchen mit Rosinen gespickt, Orangenschale mit Zimt bestreut.

Bunter Pfeffer und etwas Sternanis…….Grossmutter backt zur Weihnachtszeit.

Gebrannte Mandeln und wieder Rosinen, in Rum eingelegt. Später altes Leder und staubige Bücher, das Regal aus altem Holz frisch aufpoliert.

Würziger Sirup und Honig, dazu Pflaumenmarmelade auf warmen Toast.

Mund:

Der Malt reitet sofort Attacke, spielt seine 56,4% gnadenlos aus. Der scharfe Antritt mit Pfeffer und Ingwer hinterlässt eine wärmende Spur.

In diesem Fahrwasser spült sich cremige Schokolade vermischt mit gemahlenem Kaffee nach vorne.

Im Kachelofen stehen Bratäpfel auf denen der Zucker karamellisiert, auch wurde die Schale vorher mit Honig übergossen. Gedankenverloren greifst du in die Schale mit Rosinen, Früchtekuchen mit Sirup übergossen kommt dir in den Sinn.

Dann wird es etwas trockener und malzige Süße setzt sich fest

Danach:

Nur sehr langsam verklingt die Süße und vermischt sich zögernd mit etwas Eiche.

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Fazit:

Ich bin vielleicht ein wenig voreingenommen, da ich diesen wundervollen Malt selbst mit auswählen durfte, aber dieser BenRiach zeigt mal wieder was diese Destille drauf hat. Ein kräftiger, aroma- und facettenreicher, Malt für die dunkle Jahreszeit.

Glenrothes, 19yo, 04/1997 – 10/2016, 55,3%, First Fill Sherry Cask, Speyside Single malt Scotch Whisky, 625 Bottles, Anam na h-Alba

 

Stille senkt sich gleich einem schweren Tuch über das Land.

Buntes Laub, überzogen von Reif, kündigt vom nahendem Winter.

Früh beginnt die Nacht, und bei sternenklarem Himmel zieht der erste Frost heran und lässt den Atem sichtbar werden.

Das Kaminfeuer im Haus spendet wohlige Wärme und das flackernde Licht fängt sich funkelnd in deinem Glas……..

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Farbe:

Poliertes Mahagoni

Nase:

Langsam trocknen Orangenschalen auf dem Kachelofen vor sich hin, frisch gebackener Lebkuchen fordert dich auf hineinzubeißen.

Zimt und ein Hauch Koriander hängen in der Luft. Schwere Würze vermischt sich mit dunklen Kirschen, die leicht von Schokolade überzogen sind.

Über dem Ofen liegen getrocknete Gewürze auf dem Regal…….Kardamom, echte Vanille und eine kleine Prise Nelken, kaum wahrnehmbar.

Später kommen herbere Töne zum Vorschein, geschmeidiges Leder und frische Politur.

Mund:

Der Antritt wärmt die Kehle, pfeffrig mit scharfem Ingwer zeigt der Dram seine Muskeln und geht schlagartig in eine cremige Süße über.

Orangenschokolade und Kirschkompott, Trockenpflaumen gespickt mit etwas Vanille und Zimt. Creme Brulee und zaghaft auch das Fass…….etwas Eiche zeigt sich verhalten.

Langsam trockener werdend mag sich auch der Sherry etwas mehr in den Vordergrund stellen, aber nie dominierend.

Tabaknoten gesellen sich hinzu und wieder etwas Politur.

Danach:

Lang anhaltend, trocken und wächsern süß.

Nachklang von dunklen Früchten und Tabaknoten.

rothes1

Fazit:

Diesen Whisky möchte ich eigentlich nur riechen, das Aroma kann lange fesseln und ist unheimlich vielfältig.

Am Gaumen gefällt der kräftige Antritt mit dem abrupten Wechsel in eine cremige facettenreiche Süße.

Das Sherryfass prägt diesen Whisky, übernimmt aber nie die komplette Vorherrschaft und lässt dem Malt Raum sich zu entfalten.

Ein wunderbarer Whisky für lange Abende vor dem Kamin oder beim Eisbaden.