Fettercairn, 20yo, 02.1995/06.2015, Bourbon Cask/Cognac Finish, 51,2%, 74 Bottles, Special Bottling for Independent Whisky Summer Party 2015 at Delitzsch, Anam na h-Alba

Fettercairn, 20yo, 02.1995/06.2015, Bourbon Cask/Cognac Finish, 51,2%, 74 Bottles, Special Bottling for Independent Whisky Summer Party 2015 at Delitzsch, Anam na h-Alba

Farbe:

Bernstein

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Nase:

Schwer hängen die Trauben an den Reben, überreif warten sie darauf geerntet zu werden. Es ist ein später Sommerabend und in der Schwüle wartet alles auf ein von der Hitze befreiendes Gewitter.

Die Luft ist aufgeladen und der Malt kribbelt leicht in der Nase, süsser Wein und Früchte umhüllen die Nase. Tief nimmst du die Aromen auf und es gesellen sich süsse Erdbeeeren und Kirschen dazu.

Und immer hängt über allem eine leichte Schärfe, die dezent auf das Cognacfass hinweist.

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Mund:

Das Gewitter entlädt sich über der ausgetrockneten Landschaft, anfänglich kurz aufbrausend, entwickelt es sich rasch zu einem wohltuendem Sommerregen, der alles wieder aufleben und einen süssen Duft in der Luft hängen lässt.

Scharf tritt er an der Malt, er prickelt auf der Zunge und Pfeffer zeigt seine würzige Seite. Dazu kommt eine leichte Säure. Das passiert alles so schnell, das man es gleich noch einmal mit einem zweiten Schluck probiert.

Dieses kleine Intermezzo dauert nicht lange und der Malt entspannt sich. Süss geht es weiter, es ist aber eine herbe Süsse…….Wein, Rosinen und Trockenfrüchte. Orangen….getrocknete Orangen.

Man findet immer noch Anklänge des Bourbonfasses mit seiner Fruchtigkeit und Vanille, aber das Cognacfass hat eine herben Mantel drübergelegt.

Dazu wird der Dram immer trockener, am Ende finde ich Lübecker Marzipan, ohne die Schokolade, nur das reine Marzipan. Auch spürt man, je länger der Dram im Mund ist, etwas Eiche und eine angenehme Malzigkeit.

Danach:

Das Gewitter ist Geschichte, die Nacht bricht herein. Doch man spürt noch lange seine Wirkung.

Etwas länger und wächsern bleibt der Malt zurück. Ein wenig Wein, ein wenig Holz und herbe Süsse………

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Fazit:

Ein kurzes Finish in einem Cognacfass macht aus einem Fettercairn noch kein Raubtier, aber es macht ihn unheimlich interessant. Aus einem eher leichten, floralem Sommerwhisky wurde ein Dram, der auch mal ein wenig die Zähne zeigt. Mir persönlich gefällt, das aus der ursprünglich zuckrigen Süsse etwas prickelndes, herb-süsseres entstanden ist.

Fettercairn, 19yo, Vintage 1995, Bourbon Cask, 58,3%, 250 Bottles, Anam na h-Alba

Fettercairn, 19yo, Vintage 1995, Bourbon Cask, 58,3%, 250 Bottles, Anam na h-Alba

 

Farbe:

Verwaschenes Gold

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Nase:

Der Geruch von reifen süssen Früchten hängt an einem warmen Sommerabend in der Luft. Eine Blumenwiese verströmt einen betörenden Duft.
Ein Hauch frischer Minze macht sich breit und sorgt für etwas Kühle.
Man mag der Prozentangabe auf dem Label gar nicht trauen, 58,3% muss man doch in der Nase spüren…….mitnichten, völlig relaxed und weich steht der Dram vor einem.

Mund:

Ein flüssiger Strauss Blumen ergiesst sich über deine Zunge. Ein Fruchtkorb der Extraklasse präsentiert Obst aus aller Herren Länder. Vanille rundet alles ab, dazu karamelisierter Zucker.
Dieser Malt ist eine Steigerung von Süss, zum Glück macht sich jetzt die Fassstärke bemerkbar und pfeffert kräftig dazwischen. Jetzt kann die Zunge etwas durchatmen und plötzlich spürt man eine Malzigkeit und feine Holztöne sickern durch. Welch ein Glück, ich stand kurz vor einem Zuckerschock.
Dieser Übergang von absolut süss zu einer leichten Bitterkeit mit leichtem Eichenanklang steht dem Tropfen ausserordentlich gut.

Danach:

Der Abgang ist eher nur mittellang und lässt leichte Vanille und etwas Holz auf der Zunge zurück.

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Fazit:

Mein erster Fettercairn, und ich muss gestehen das ich Anfangs leichte Probleme mit diesem Tropfen hatte. Meine persönlichen Vorlieben sind eher auf Islay angesiedelt und das muss man einfach mal abschalten bei einer Abfüllung dieser Art.
Hat man das getan findet man einen Sommerwhisky, der sehr süss und floral daher kommt. Der Wechsel später im Mund zu einer sehr schönen, leicht bitteren, Holznote macht ihn sehr interessant.